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Der Begriff Deutschland wird in dieser Form erst seit der
Frühen Neuzeit verwendet, beispielsweise in
Samuel von Pufendorfs Die Verfassung des deutschen Reiches
von 1667. Davor sind nur nicht zusammengesetzte Verbindungen des
Attributs
deutsch mit Land belegt, beispielsweise in der
unbestimmten Singularform ein deutsches Land oder der bestimmten
Pluralform die deutschen Länder, nicht aber in der bestimmten
Singularform das deutsche Land. Gemeint waren möglicherweise
Länder mit einer Führungsschicht, die sich auf den politischen
Herrschaftsanspruch bezog, der durch das
(Ost-)Fränkische, später
Heilige Römische Reich, als begründet angesehen worden war.
Alle diese Ausdrücke wurden auch als
Synonym vor allem für die folgenden (vor-)staatlichen Gebilde
verwendet, die in wesentlichen Bereichen des deutschen
Sprach- und/oder Herrschaftsgebiets entstanden waren:
-
Das sogenannte
Alte Reich existierte unter starken Wandlungen von etwa 962
bis 1806, hatte sich aus dem Ostteil des in der Spätantike
gegründeten
Fränkischen Reiches entwickelt und sich anfangs auch als
Erneuerung des
Römischen Reiches verstanden, später mit den Namenszusätzen Heilig (Heiliges
Römisches Reich) und Deutscher Nation (Heiliges
Römisches Reich Deutscher Nation) zwischen dem 12. Jahrhundert
und 1648 zu einer Art
Staatenbund entwickelt
-
Zwischen 1806 und 1815 dominierten
Österreich,
Preußen und der
Rheinbund das staatliche Geschehen im Vorstellungsraum
Deutschlands
-
Deutscher Bund, 1815–1866, von Österreich und Preußen
dominierter Staatenbund
-
Mit den modernen bundes- bzw. zentralstaatlichen Staatsformen
seit 1871 wurden große Teile des deutschen Sprachraums in einem
Staat zusammengefasst. Der Ausdruck Deutschland wurde, nicht
zuletzt durch die Wahl der Staatsbezeichnung Deutsches Reich
1871, identisch mit diesen Staaten:
-
Deutsches Reich 1871–1945, von Preußen (im Wesentlichen
durch dessen Ministerpräsidenten
Bismarck) initiiert und größtenteils dominiert
-
Bundesrepublik Deutschland, seit 1949, durch die
USA und das
Vereinigte Königreich initiiert
-
Deutsche Demokratische Republik, 1949–1990, durch die
UdSSR initiiert
Aus verschiedenen Gründen traten im Laufe der Jahrhunderte unter
anderem die folgenden, überwiegend deutschen Sprachgebiete aus dem
Vorstellungsraum der deutschen Länder bzw. Deutschlands heraus oder
wurden herausgelöst: in
Spätmittelalter und Frühneuzeit die
Niederlande (vgl. Ausdruck dutch), mit den Eckdaten 1499 und
1648 die
Schweiz, vor allem seit 1648 und 1789 – mit Unterbrechungen – das
Elsass
und (Nordost-)Lothringen
(frz.: Moselle), 1866
Luxemburg sowie ebenfalls 1866 und 1945
Österreich. Die Gebiete östlich der
Oder-Neiße-Linie (vor allem
Schlesien,
Pommern
und
Ostpreußen) kamen ab 1945 unter
sowjetrussische und vor allem
polnische
Verwaltung; sie wurden schließlich einseitig in deren Staatsgebiete
integriert. 1990 wurde der von verschiedenen Interessengruppen in der
Bundesrepublik vertretene Anspruch auf die vormaligen
deutschen Ostgebiete im Zuge der als
Wiedervereinigung Deutschlands bezeichneten Entwicklung auch formell
mit dem
Zwei-plus-Vier-Vertrag aufgegeben.
Trotz der
Kontinuität des Begriffes Deutschland vom 17. Jahrhundert bis
in die Gegenwart sowie
völkerrechtlicher
Identität und
staatsrechtlicher Kontinuität seit dem 19. Jahrhundert besteht de facto keine durchgehende lineare politisch-historische
Entwicklung eines Deutschland. Vielmehr eignet(e) sich der
Begriff, vermutlich auch unter Eindruck des
französischen Vorbilds, in der Entwicklung der politischen Macht des
wohlhabenden
Bürgertums als einigende Idee für regionale und lokale Eliten.
Nach dem
Ersten Weltkrieg und dem Sturz der
Monarchie in der
Novemberrevolution am 9. November 1918 wurde diskutiert, mit der
Staatsbezeichnung Deutsche Republik oder Republik Deutschland
die
ausgerufene Staatsform zu unterstreichen, jedoch behielt auch die
Weimarer Republik die offizielle Bezeichnung Deutsches Reich
bei. Nach dem Zweiten Weltkrieg nutzten die Siegermächte ausschließlich
den Begriff Deutschland (als Ganzes) für das von ihnen
besetzte Deutsche Reich (ohne Österreich). Der Begriff Deutschland fand dann 1949 in der Bezeichnung der damals
konstituierten
Bundesrepublik namentliche Verwendung. Die DDR nutzte das Wort Deutschland zwar nicht direkt im Staatsnamen, jedoch wurde
Deutschland ausdrücklich als synonymer Begriff für DDR im
Artikel 1 der
Verfassung von 1949 verwendet. Später verwendete die DDR fast nur
noch das Attribut deutsch beziehungsweise den Namenszusatz „… der
DDR“ für staatliche Hoheitsbezeichnungen.
Physische Geographie
Hauptartikel:
Geographie Deutschlands
Allgemeines

Topografische Karte

Geologische Karte Deutschlands (1869)

Maare in der Vulkaneifel

Die Zugspitze
(deutsche Seite mit dem oberen Höllental und dem Höllentalferner)

Tiefste Landstelle der Bundesrepublik in
Neuendorf-Sachsenbande
Die
naturräumlichen Großregionen sind von Nord nach Süd
Norddeutsches Tiefland,
Mittelgebirgszone und
Alpenvorland mit
Alpen.
Deutschland hat insgesamt neun
Nachbarstaaten:
Dänemark,
Polen,
Tschechien,
Österreich, die
Schweiz,
Frankreich,
Luxemburg,
Belgien
und die
Niederlande. Damit ist Deutschland das Land mit den meisten
europäischen Nachbarstaaten.
Im Norden grenzt Deutschland an Dänemark (auf einer Länge von
67 Kilometern), im Nordosten an Polen (442 Kilometer), im Osten an
Tschechien (811 Kilometer), im Südosten an Österreich (815 Kilometer;
ohne Grenze im Bodensee), im Süden an die Schweiz (316 Kilometer; mit
Grenze der Exklave
Büsingen, aber ohne Grenze im Bodensee), im Südwesten an Frankreich
(448 Kilometer), im Westen an Luxemburg (135 Kilometer) und Belgien
(156 Kilometer) und im Nordwesten an die Niederlande (567 Kilometer).
Die Grenzlänge beträgt insgesamt 3757 Kilometer (ohne Grenze im
Bodensee, siehe
Kondominium).
Während der wechselvollen Geschichte veränderte sich auch der
Mittelpunkt Deutschlands.
Geologie
Auf die Zeit des
Paläozoikums (Erdaltertum) gehen die kristallinen Gesteine
Deutschlands wie
Gneis und
Granit
zurück, wie sie in den deutschen
Mittelgebirgen, zum Beispiel dem
Harz, anzutreffen sind. Auch die
Sedimentgesteine des
Rheinischen Schiefergebirges stammen aus diesem
Erdzeitalter und lagerten sich in der Zeit von
Devon und
Unterkarbon
ab. Die Heraushebung der Gesteine und damit die Gebirgsbildung setzte
jedoch erst im späten
Pliozän
ein. Am Nordrand des Rheinischen Schiefergebirges finden sich
Gesteinsschichten aus dem Karbon, in denen die gewaltigen
Steinkohlevorkommen im
Ruhrgebiet eingelagert sind (Ruhrkarbon).
Im
Mesozoikum (Erdmittelalter) wurden jene Gesteinsschichten gebildet,
die in zahlreichen süd- und ostdeutschen Regionen überwiegen. In der
Pfalz, in Thüringen, Teilen Bayerns und Sachsens wird der Untergrund von
Gesteinen der
Trias dominiert, des frühen Mesozoikums. Die Juragebirge (vor allem
Schwäbische und
Fränkische Alb) gehen auf die
Jurazeit zurück. Anders als in der Trias in Deutschland, die von
Sandstein geprägt ist, herrscht bei den jurassischen Gesteinen der
Kalkstein vor.
Im
Känozoikum (Erdneuzeit) erfolgte vor allem die Verfüllung der
Flussniederungen und -becken.
Aktiver
Vulkanismus wird nicht beobachtet, jedoch zeigen vulkanische
Gesteine ehemaligen Vulkanismus an. Diese finden sich insbesondere in
der
Vulkaneifel und auf dem
Vogelsberg, aber auch im Bereich des
Schwäbischen Vulkans. In der Vulkaneifel treten bis in die Gegenwart
Kohlenstoffdioxidquellen (Mofetten)
zutage, deren eindrucksvollstes Beispiel der
Geysir Andernach ist, der mit 50 bis 60 Metern höchste
Kaltwassergeysir der Erde.
Obwohl Deutschland vollständig auf der
Eurasischen Platte liegt, kommen schwache
Erdbeben vor, insbesondere im Bereich der
Riftzonen im Südwesten und Westen (Oberrheingraben,
Rheingraben,
Hohenzollerngraben).
Geomorphologie
Das
Faltengebirge der
Alpen ist
das einzige Hochgebirge, an dem Deutschland Anteil hat. Der mit
Österreich geteilte Gipfel der
Zugspitze (2962 Meter) ist der höchstgelegene Punkt des Landes.
Die
Mittelgebirge nehmen tendenziell von Nord nach Süd an Höhe und
Ausdehnung zu. Höchster Mittelgebirgsgipfel ist der
Feldberg im
Schwarzwald (1493 Meter), gefolgt vom
Großen Arber im
Bayerischen Wald (1456 Meter). Gipfel über 1000 Meter besitzen
außerdem das
Erzgebirge, das
Fichtelgebirge, die
Schwäbische Alb und als Sonderfall der
Harz, der sich recht isoliert als nördlichstes Mittelgebirge in
Deutschland mit dem
Brocken
auf 1142 Meter erhebt. Nördlich der Mittelgebirgsschwelle erheben sich
nur noch vereinzelte Formationen über 100 Meter, von denen der
Hagelberg im
Fläming
mit 200 Meter die höchste ist.
Die niedrigste begehbare Landesstelle Deutschlands liegt bei 3,54
Meter unter
Normalnull in einer
Senke bei
Neuendorf-Sachsenbande in der
Wilstermarsch (Schleswig-Holstein). Ebenfalls in diesem Bundesland
befindet sich die tiefste
Kryptodepression: Sie liegt mit 39,10 Meter unter Normalnull am
Grund des
Hemmelsdorfer Sees nordnordöstlich von
Lübeck.
Die tiefste künstlich geschaffene Stelle liegt bei 293 Meter unter
Normalnull am Grund des
Tagebaus Hambach östlich von
Jülich
in Nordrhein-Westfalen.
Siehe auch:
Liste der höchsten Berge Deutschlands,
Liste der Gebirge und Höhenzüge in Deutschland
Klima
Deutschland gehört vollständig zur
gemäßigten Klimazone Mitteleuropas im Bereich der
Westwindzone und befindet sich im Übergangsbereich zwischen dem
maritimen Klima in
Westeuropa und dem
kontinentalen Klima in
Osteuropa. Das
Klima in Deutschland wird unter anderem vom
Golfstrom beeinflusst, der die klimatischen Werte für die
Breitenlage ungewöhnlich mild gestaltet.
Der mittlere jährliche Niederschlag (bezogen auf die Jahre 1961–1990)
beträgt 700 Millimeter. Die mittlere monatliche Niederschlagsmenge liegt
zwischen 40 Millimeter im Februar und 77 Millimeter im Juni.
Die tiefste jemals in Deutschland gemessene Temperatur betrug −45,9
Grad Celsius; sie wurde am 24. Dezember 2001 am
Funtensee registriert. Die bisher höchste Temperatur betrug 40,3
Grad Celsius und wurde am 8. August 2003 in
Nennig
im Saarland erreicht. Zum Teil widersprechen sich die Angaben; so lag
laut dem
Deutschen Wetterdienst die absolute Höchsttemperatur in Deutschland
mit gemessenen 40,2 Grad Celsius am 27. Juli 1983 in
Gärmersdorf bei
Amberg
(Oberpfalz),
am 9. August 2003 in
Karlsruhe sowie am 13. August 2003 in
Freiburg im Breisgau und Karlsruhe.
Gewässer

Die
Elbe

Chiemsee bei Urfahrn
Die ins Meer mündenden Fließgewässer mit den größten Einzugsgebieten
sind Rhein,
Donau,
Elbe,
Oder,
Weser und
Ems. Sie
entwässern entweder in die
Nordsee,
in die
Ostsee oder ins
Schwarze Meer, deren Einzugsgebiete durch die
europäische Wasserscheide geschieden werden.
-
Der 865 Kilometer in Deutschland bzw. als Grenzfluss fließende
Rhein dominiert den Südwesten und Westen. Seine wichtigsten Zuflüsse
sind
Neckar,
Main,
Mosel und
Ruhr.
Die wirtschaftliche Bedeutung des Rheines ist enorm, er ist eine der
am stärksten befahrenen
Wasserstraßen Europas.
-
Die Donau im Süden entwässert auf 647 Kilometer fast das gesamte
Alpenvorland und fließt weiter nach Österreich und
Südosteuropa. Ihre wichtigsten Zuflüsse sind
Iller,
Lech,
Isar
und Inn.
-
Im Osten Deutschlands befindet sich auf 725 Kilometern die Elbe.
Ihre wichtigsten Nebenflüsse sind
Saale
und Havel.
-
Die Oder tritt ausschließlich als Grenzfluss zu Polen in
Erscheinung. Ihr wichtigster Zufluss ist die
Neiße.
-
Das Einzugsgebiet der Weser liegt vollständig in Deutschland.
Sie speist sich aus den Flüssen
Werra
und
Fulda und entwässert den mittleren Norden.
-
Die Ems fließt im äußersten Nordwesten.
Die natürlichen
Seen sind überwiegend glazialen Ursprungs. Daher finden sich die
meisten der großen Seen im
Alpenvorland und in
Mecklenburg. Der größte vollständig zum deutschen Staatsgebiet
gehörende See ist die
Müritz,
die Teil der
mecklenburgischen Seenplatte ist. Der größte See mit deutschem
Anteil ist der
Bodensee, an den auch Österreich und die Schweiz grenzen.
Im Osten Deutschlands befinden sich viele große, künstliche Seen in
ehemaligen Braunkohleabbaugebieten.
Inseln

Kreidefelsen auf der Insel
Rügen
In der Nordsee dominieren die Inselgruppe der
Nordfriesischen Inseln und die Inselkette der
Ostfriesischen Inseln.
Helgoland und
Neuwerk sind ebenfalls bewohnt. Die Nordfriesischen Inseln stellen
Festlandsreste dar, die durch Landsenkung und nachfolgende Überflutung
von der Küste getrennt wurden. Die Ostfriesischen Inseln sind
Barriereinseln, die durch die
Brandungsdynamik aus Sandbänken entstanden.
Die größten deutschen Inseln in der Ostsee sind (von West nach Ost)
Fehmarn,
Poel,
Hiddensee,
Rügen und
Usedom;
größte
Halbinsel ist
Fischland-Darß-Zingst. Mit Ausnahme von Fehmarn sind sie Teil einer
Boddenküste.
Die wohl größten und bekanntesten Inseln in Binnengewässern sind
Reichenau,
Mainau
und
Lindau im
Bodensee sowie
Herrenchiemsee im
Chiemsee.
Böden
Die Zusammensetzung und Qualität der Böden ist regional sehr
unterschiedlich. In Norddeutschland bildet ein küstennaher Gürtel aus
fruchtbaren
Marschböden die Grundlage für ertragreiche Landwirtschaft, während
die dahinter liegende, eiszeitlich geprägte
Geest nur
sehr magere Böden aufweist. In
Heidelandschaften wie der
Lüneburger Heide ist dieser durch jahrhundertelange
Weidewirtschaft zum
Podsol
degeneriert, so dass Ackerbau kaum möglich ist. Sehr unergiebig sind
auch die Gebiete der Alt- und Jungmoränenlandschaft, in denen sich
Flugsand angelagert hat.
Brandenburg beispielsweise wurde schon in historischer Zeit als des
„Heiligen Reiches Streusandbüchse“ verspottet.

Die Bodenarten in Deutschland sind sehr vielfältig.
In
Abhängigkeit vom
Humusgehalt weisen die Böden eine große
Farbenvielfalt auf
Zwischen der Moränenlandschaft und der Mittelgebirgsstufe zieht sich
von West nach Ost eine Reihe von
Börden:
In diesen Gebieten ist durch eiszeitliche
Lössablagerungen äußerst fruchtbarer Boden entstanden. Dieser
besteht zumeist aus
Braunerden, im Osten teils auch aus
Schwarzerden, und wird in besonderem Ausmaße landwirtschaftlich
genutzt. In den Mittelgebirgen herrschen magere Böden vor, die
landwirtschaftlich nur
extensiv bewirtschaftet werden. Die weitaus größte Fläche ist
bewaldet. Ergiebige Böden finden sich in Süddeutschland insbesondere
entlang der Flüsse
Rhein,
Main und
Donau.
Humangeographie
Flächennutzung
Insgesamt werden 53,5 Prozent
landwirtschaftlich genutzt,
Wälder
bedecken weitere 29,5 Prozent. 12,3 Prozent werden als Siedlungs- und
Verkehrsfläche genutzt (Tendenz weiterhin steigend). Wasserflächen
kommen auf 1,8 Prozent, die restlichen 2,4 Prozent verteilen sich auf
sonstige Flächen, zumeist
Ödland
und auch
Tagebaue.
Ballungsgebiete

Berlin ist mit 3,4 Millionen Einwohnern die
bevölkerungsreichste Stadt in Deutschland.
Um
Ballungsgebiete, also
Einwohnerkonzentrationen, zu veranschaulichen, können
Gemeindegrößen,
Agglomerationen und die sogenannten
Metropolregionen herangezogen werden.
In Deutschland gibt es etwa 80
Großstädte, das sind Gemeinden mit mehr als 100.000 Einwohnern.
Davon haben 14 Städte mehr als 500.000 Einwohner. Eine Besonderheit
Deutschlands ist die überwiegend randlastige, dezentrale Verteilung der
Großstädte. Die fünf einwohnerreichsten
Metropolen des Landes sind (Stand: August 2008, Frankfurt 2007):
-
Berlin, 3,42 Millionen
-
Hamburg, 1,77 Millionen
-
München, 1,31 Millionen
-
Köln,
996.690
-
Frankfurt am Main, 659.021
Unter Agglomerationen versteht man vereinfacht größere
zusammenhängende
Siedlungsgebiete. Da Gemeinde- und Siedlungsgrenzen meist erheblich
voneinander abweichen, gibt die Betrachtung der Agglomerationen einen
authentischeren Aufschluss über Bevölkerungskonzentrationen. Im
Gegensatz zu vielen anderen Ländern werden in Deutschland
Agglomerationen jedoch nicht statistisch genau definiert und abgegrenzt.
Die meisten Agglomerationen sind monozentrisch, das
Ruhrgebiet hingegen ist ein klassisches Beispiel für einen
polyzentrischen Verdichtungsraum. Die fünf einwohnerreichsten
Agglomerationen sind:
-
Agglomeration
Ruhrgebiet, 5,8 Millionen
-
Agglomeration Berlin, 4,2 Millionen
-
Agglomeration
Stuttgart, 2,6 Millionen
-
Agglomeration Hamburg, 2,6 Millionen
-
Agglomeration München, 1,9 Millionen
Von der
Ministerkonferenz für Raumordnung (MKRO) wurden elf sogenannte
Europäische Metropolregionen (EMR) festgelegt. Diese gehen über den
Begriff der Agglomeration weit hinaus. Die fünf einwohnerreichsten EMR
sind:
-
Metropolregion Rhein-Ruhr, 11,5 Millionen
-
Metropolregion Berlin-Brandenburg, 6,0 Millionen
-
Metropolregion Frankfurt-Rhein-Main, 5,3 Millionen
-
Metropolregion Stuttgart, 4,7 Millionen
-
Metropolregion Hamburg, 4,3 Millionen
Natur und Landschaft
Flora

Die
Lüneburger Heide bei Niederhaverbeck
Da Deutschland in der
gemäßigten Klimazone liegt, ist seine Flora von Laub- und
Nadelwäldern geprägt. Örtlich weist die Flora in Deutschland eine hohe
Diversifikation durch Standortfaktoren des Geländeprofils, der
Geländehöhe und -geologie sowie der mesoklimatischen Lage auf. Von West
nach Ost kennzeichnet die natürliche Vegetation den Übergang vom
Westseitenseeklima zum
Kontinentalklima.
Die Laubwälder bestehen meist aus
Rotbuchen, daneben sind die heute selten gewordenen
Auwälder
im Bereich der Flüsse und Seen und
Eichen-Buchen-Mischwälder
typisch; die Alpen und Mittelgebirge sind geprägt durch
Schluchtwald. Der
Pionierwald wird, besonders auf sandigen Flächen, vor allem von
Birken
und
Kiefern gebildet. Allerdings werden die früher sehr verbreiteten
Laubwälder mittlerweile oft durch Fichtenholzforste ersetzt.
Ohne menschlichen Einfluss würde die Vegetation in Deutschland, wie
in den meisten Ländern der gemäßigten Breiten, hauptsächlich aus Wald
bestehen. Davon ausgenommen sind die nährstoffarmen
Heideniederungen und Moorlandschaften sowie die alpinen (Bayerische
Alpen) und subalpinen (Hochschwarzwald,
Hochharz und
Westerzgebirge) Hochlagen, die äußerst vegetationsarm sind und in
ihrem Klima kaltgemäßigt ausgeprägt sind.
Derzeit sind 29,5 Prozent der Staatsfläche
bewaldet. Damit ist Deutschland eines der waldreichsten Länder in
der Europäischen Union, wobei die Baumarten im Wesentlichen durch die
angestrebte Nutzung bedingt sind, das heißt der Anteil an
Fichten-
und Kiefernwäldern entspricht nicht den natürlichen Gegebenheiten, nach
denen Buchenmischwälder vorherrschen sollten. Neben den natürlich
vorkommenden Pflanzen spielen heute eine Reihe von eingeführten Arten
wie die
Robinie eine zunehmende Rolle in der Vegetation. Der größte Anteil
des unbebauten Landes dient der Erzeugung von
Nutzpflanzen. Dies sind überwiegend
Getreide (Gerste,
Hafer,
Roggen
und Weizen),
die
Kartoffel und der
Mais, die
aus Amerika eingeführt wurden, der Apfelbaum, sowie zunehmend Raps. In
den Flusstälern, unter anderem von Mosel, Ahr und Rhein wurde die
Landschaft für den Weinanbau umgestaltet.
Fauna
Die meisten in Deutschland heimischen
Säugetiere leben in den gemäßigten Laubwäldern. Im Wald leben unter
vielen anderen Arten verschiedene
Marderarten,
Dam-
und
Rothirsche,
Rehe,
Wildschweine sowie
Füchse.
Biber und
Otter
sind seltener gewordene Bewohner der Flussauen, mit teilweise wieder
steigenden Beständen. Andere ehemals in Mitteleuropa lebende Großsäuger
wurden ausgerottet:
Auerochse (1846),
Braunbär (1835),
Elch (im
Mittelalter noch zahlreich),
Wildpferd (19. Jahrhundert),
Wisent
(17./18. Jahrhundert),
Wolf
(1904). In neuerer Zeit wandern gelegentlich einige Elche und Wölfe aus
Polen und
Tschechien ein, deren Bestände sich dort wieder vermehren konnten.
Speziell im Fall von Wolf und Braunbär ist die Wiederansiedlung jedoch
problematisch aufgrund des schlechten Rufs der Tiere.
Vom
Wappenvogel Deutschlands, dem
Seeadler, gibt es derzeit wieder etwa 500 Paare, vor allem in
Mecklenburg-Vorpommern und
Brandenburg. Der
Steinadler kommt nur noch in den Bayerischen
Alpen
vor, der ehemals dort heimische
Bartgeier wurde ausgerottet. Die häufigsten Greifvögel in
Deutschland sind derzeit
Mäusebussard und
Turmfalke, dagegen ist der Bestand an
Wanderfalken deutlich geringer. Über 50 Prozent des Gesamtbestandes
an
Rotmilanen brütet in Deutschland, der Bestand ist aber auf Grund der
intensiven Landwirtschaft rückläufig. Dem gegenüber steht eine Vielzahl
von Vögeln, die als
Kulturfolger von der Anwesenheit des Menschen profitieren,
insbesondere die in vielen Städten lebenden
Stadttauben,
Amseln
(frühere Waldvögel),
Spatzen und
Meisen,
für deren Überleben auch die
Winterfutter-Industrie sorgt, sowie
Krähen und
Möwen auf
Müllkippen. Eine Besonderheit ist die weltweit nördlichste
Flamingo-Kolonie im
Zwillbrocker Venn.
Der früher in den Flüssen häufig vorkommende
Lachs
wurde im Zuge der
Industrialisierung im 19. Jahrhundert weitgehend ausgerottet, konnte
aber in den 1980er-Jahren im
Rhein
wieder angesiedelt werden. Der letzte
Stör
wurde 1969 in Deutschland gefangen. In vielen Teichen werden die erst
von den
Römern eingeführten
Karpfen
gehalten.
Der an der Nord- und Ostseeküste lebende
Seehund
wurde zeitweise nahezu ausgerottet, mittlerweile gibt es im
Wattenmeer wieder einige tausend Exemplare. Das Wattenmeer ist
insbesondere im Winter Rastplatz für Vögel aus den nördlichen Breiten.
Zu den lange heimischen Tieren hat sich eine beachtliche Anzahl an
Neozoen
angesiedelt. Zu den bekanntesten Vertretern gehören
Waschbär,
Marderhund und
Halsbandsittich.
Naturschutz
Ziel des Naturschutzes in Deutschland ist es, Natur und Landschaft zu
erhalten (§ 1
Bundesnaturschutzgesetz). Der Naturschutz ist somit öffentliche
Aufgabe und dient dem im Grundgesetz Art. 20a verankerten Staatsziel. Wichtige Gegenstände des
Naturschutzes sind Landschaften, Pflanzen und Tiere. Zu den wichtigsten
Institutionen geschützter Gebiete und Objekte gehören derzeit unter
anderem 14
Nationalparks (siehe
Nationalparks in Deutschland), 19
Biosphärenreservate, 95
Naturparks sowie tausende von
Naturschutzgebieten,
Landschaftsschutzgebieten und
Naturdenkmälern.
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