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Im Lauf unserer menschlichen Entwicklung sind die vielfältigsten Traditionen, Sitten und Bräuche entstanden und auch wieder vergangen, sie können im Laufe der Zeit ihre Bedeutung verlieren und zum leeren Selbstzweck werden. Umgekehrt stellen Volkskundler fest, dass permanent neue Traditionen, Sitten und Bräuche entstehen. Diese haben aber oft nicht die gleiche Bindekraft wie die Bräuche früherer Zeiten. Hintergrund ist, dass die Traditionsketten, die Bräuche überliefern, kürzer werden. Bräuche und Rituale werden von den sozialen Akteuren nur dann als sinnerfüllt erlebt, wenn Form und Inhalt zusammengehen.

 

Brauch

 

Ein Brauch ist eine innerhalb einer festen sozialen Gemeinschaft gewachsene Gewohnheit, Tradition, die nicht beliebig oder spontan abläuft, sondern einer bestimmten Regelmäßigkeit und Wiederkehr folgt. Ein Brauch erlangt seine Bedeutung im Handeln der den Brauch ausübenden Gruppe. Er besteht aus einen Anfang durch und ein Ende gekennzeichneten Handlungsablauf, dessen formale wie zeichenhafte Sprache der Trägergruppe bekannt sein muss.


Bräuche sind zu unterscheiden einmal vom Ritus, der die soziale mit der religiösen Welt zu verbinden versucht, zum anderen von der Gewohnheit, die eine nüchterne zweckmäßige, nicht notwendigerweise soziale Routine darstellt. Das Ritual ist Teil des Brauchkomplexes. Bräuche wirken handlungsorientierend und liefern einen Rahmen, einen Satz von Zeichen und Symbolen, Anweisungen und Rollen. Oftmals stellen Bräuche eine genaue Auffassung für eine bestimmte Gelegenheit bereit, die durch die Beteiligten erwartet wird.

Die industrielle Revolution des 19. und 20. Jahrhunderts zeitigte den Übergang von einer überwiegend landwirtschaftlich geprägten zu einer städtisch-industriellen, modernen Gesellschaft. Mit dieser ging ein Traditionsverlust einher, durch den die Bedeutung vieler kollektiver Gewohnheiten und regionaler Bräuche verloren ging, die in der vorindustriellen Welt beheimatet waren.

Traditionen

Die Redeweise „Es ist Tradition, dass …“ bezieht sich in der Regel auf das Überlieferte (traditum), häufig im Sinne von „Es ist seit langer Zeit üblich, dass …“. Umgangssprachlich seltener wird mit „Tradition“ der Überlieferungsvorgang an sich (tradere) bezeichnet. Zur Unterscheidung wird im Deutschen manchmal von „Tradition“ im Sinne von traditum und „Tradierung“ entsprechend dem tradere gesprochen. Diese Unterscheidung verweist auf zwei Hauptbedeutungen von Tradition:

  • als kulturelles Erbe und

  • als Tradierung.

Zimmermannsgesellen auf der Walz

Unter Tradition wird in der Regel die Überlieferung der Gesamtheit des Wissens, der Fähigkeiten sowie der Sitten und Gebräuche einer Kultur oder einer Gruppe verstanden. Tradition ist in dieser Hinsicht das kulturelle Erbe, das von einer Generation zur nächsten weitergegeben wird. Wissenschaftliches Wissen und handwerkliches Können gehören ebenso dazu, wie Rituale, künstlerische Gestaltungsauffassungen, moralische Regeln und Speiseregeln.Traditionen im Sinne von Brauchtum und kulturellem Erbe begegnen beispielsweise bei Hochzeiten, Dorffesten und im Zusammenhang mit kirchlichen Feiertagen. Auch Alltagsgesten bei Begrüßung und Verabschiedung sind Brauchtumstraditionen. Die Ethnologie untersucht, wie solches Brauchtum konkret entsteht und tradiert wird.

Neben hochkulturellen Inhalten werden manchmal auch nur temporär gültige Gewohnheiten als Tradition bezeichnet. In diesem Zusammenhang wird auch der Ausdruck „traditionell“ gebraucht und steht dabei für das Übliche und Gewohnte.

Folklore

Die Folklore (engl. folk "Volk" und lore "Überlieferung") umfasst im engsten Sinne die Gesamtheit aller „volkstümlichen" Überlieferungen von Traditionen, Sitten und Bräuchen eines Volkes oder einer Volksgruppe. Eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Folklore erfolgt im Rahmen der Volkskunde beziehungsweise der Erzählforschung.

Folklore enthält religiöse oder mythologische Elemente, sie bezeichnet normalerweise die profanen Überlieferungen des täglichen Lebens und vereint häufig das Reale mit dem Übersinnlichen. Andererseits übermittelt Folklore keine theologischen oder erbaulichen Inhalte, sondern nützliche weltliche Regeln oder Rezepten. Diese weltliche Überlieferung kann Elemente des Fantastischen aufweisen (wie Magie, übernatürliche Wesen oder personifizierte Gegenstände).

Folklore bezieht sich auch auf zyklische Rituale innerhalb von Jahreszeiten oder Lebensaltern (Geburts-, Heirats-, und Bestattungszeremonien) und auf Festtagsbräuche und äußert sich in Volkstanz, Volksmusik und Volkstheater. Eine materielle Aussage findet die Folklore in lokalen Varianten des Kunsthandwerks, der Architektur oder in Schmuck, Kleidung und Speisen.

Fälschlicherweise wird der Begriff Folklore auch für eine verkitschte Darstellung von Volkssitten zum Zweck ihrer Vermarktung oder für eine Auffassung von Aberglaube gebraucht.

sehr umfangreiche Informationsseiten zum Brauchtum

http://www.brauchtumsseiten.de/

Informationen zu heidnisch, germanischem Brauchtum/Ritualen

http://www.asentr.eu/index.htm

 

 

 

 

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