
Ostereier – ein Symbol der Fruchtbarkeit und
des Lebens
Eier sind in vielen Kulturen ein Symbol für Fruchtbarkeit, die
Chinesen verschenkten schon vor 5000 Jahren Eier.
Das
Osterei ist ein gefärbtes oder bemaltes, hart gekochtes Ei, dass am
Ostersonntag versteckt und gesucht wird. Bereits seit dem 12.
Jahrhundert gibt es diesen Brauch zu Dekorationszwecken für den
Osterstrauch oder sie am Ostersonntag und danach zu essen.
In früheren Zeiten
wurden Eier der Frühlingsgöttin Ostara zum Opfer gebracht und
gelten heute eher als Zeichen der Freundschaft.
Bereits im Mittelalter aß man in der Fastenzeit weder Eier noch
Fleisch. Nach der Fastenzeit gab es viele Eier, die die Bauern am Ende
eines jeden Pachtjahres am Gründonnerstag als Zahlung an ihre
Lehnsherren abgaben. Somit waren die in der
Fastenzeit angesparten Eier auch ein Zahlungsmittel für Zins oder Pacht. Rote Eier (ova rubra = rote Eier)
symbolisierten die Freude über die bezahlte Pacht. Am Ostermorgen wurden
diese Eier in der Kirche gesegnet und danach auch verschenkt.
Erst seit dem 17. Jahrhundert wurden Eier mit Farben bemalt;
kunstvoll verziert und mit Symbolen versehen. In ausgeblasenen Eier
verbargen man auch Zettel mit guten Wünschen für Verwandte und Nachbarn.
In
katholischen Gemeinden werden die Kirchenglocken zwischen Karfreitag und
der Osternacht nicht geläutet. In einigen Gemeinden, vorwiegend im
süddeutschen Raum, ziehen stattdessen Kinder und Jugendliche mit
speziellen Ratschen oder Klappern durch das Dorf, um zu den
Gottesdiensten und zum Angelusgebet zu rufen.
In
einigen Gegenden Österreichs ist auch die Segnung von Speisen am
Karsamstag sehr gebräuchlich, wobei das traditionelle Osteressen
(Osterschinken, Würste, Zunge, Meerrettich, Eier) gesegnet werden. Bei
den Kindern ist das „Eierpecken“ sehr beliebt, dabei erhält jeder
Teilnehmer ein Ei und stößt es mit dem von einem anderen Teilnehmer
zusammen. Derjenige, dessen Ei bis zum Schluss ganz bleibt, hat
gewonnen.
Osterfeuer
Die
Sonnwendfeuer sind ein uralter Brauch, der noch aus keltischgermanischer
(heidnischer) Zeit stammt, er wurde zur Sommersonnenwende durchgeführt
und sollten den Winter vertreiben und die Sonne begrüßen.
Der Brauch diente dem Beschwören von Fruchtbarkeit, Ernte und Waschtum. Die Sonnwendfeuer wurden nicht nur an Berghängen, sondern oft unter
schwierigen Bedingungen auf hohen Berggipfeln errichtet. Zur heidnischen
Sommersonnenwende ließ man oft auch große brennende Scheiben,
Strohballen oder Wagenräder mit Stroh umwickelt die Berghänge
hinunterrollen, daraus entwickelte sich vielerorts das noch heute
gebräuchliche Scheibenschlagen. Die Scheiben wurden von einem
Fichtenstamm heruntergeschnitten, in der Mitte befand sich eine Loch
damit wurde es auf eine Haselrute gesteckt. Diese Scheibe wurde im
Sonnwendfeuer angebrannt und mit einer Stange abgeschlagen, so dass die
Scheibe wie eine Sternschnuppe weit den Hang hinunter rollte, dazu
wurden Verse und Reime gesprochen.
Das
Feuer galt in vielen Kulturen als das Symbol für die Sonne und die
Ägypter verehrten sie als Gott. Im Altertum war das Feuer den Menschen
heilig. Mit dem Sonnwendfeuer sollte die Sonne auf die Erde herab geholt
werden, denn die Sonne sollte Fruchtbarkeit und Wachstum bringen.
Das
heutige christliche Osterfeuer ist aus dem heidnischen Frühlingsfeuer
entstanden. Die Sonne steht für den Siege über einen langen kalten
Winter und sichert die Ernte für den Menschen. Die Entzündung und
Weihung des Osterfeuers am Ostersamstag zum Beginn der Liturgie in der
Osternacht ist ein zentrales christliches Ereignis und symbolisiert die
Auferstehung Jesu. An dem Osterfeuer
wird die Osterkerze entzündet und in einer feierlichen Prozession in die
dunkle Kirche getragen. Das
Osterfeuer versinnbildlicht das neue Licht, das mit Christus in die Welt
gekommen ist.
Osterkerze
Sie gilt
als Zeichen des Lebens und vereint römische, griechische, jüdische und
christliche Licht-Traditionen. Im christlichen Glauben werden
Osterkerzen seit dem 4. Jahrhundert verwendet. Man entzündet sie am
Osterfeuer und trägt sie in das noch dunkle Gotteshaus.
Ostereier
Der eigentlich Ursprung des Ostereierbrauchs liegt beim jüdischen
Paschamahl, hier verzehrt die Familie Eier, die sie an die Befreiung aus
der Sklaverei erinnerte. Symbolisiert wurde dadurch, so wie die harte
Schale des Eis aufbricht, wenn ein Kücken schlüpft, so brach Israel aus
der Knechtschaft in ein neues Leben auf.
Schon Jesus sieht
im Ei eine gute Gabe, wie eines seiner Gleichnisworte bezeugt (Lukas
11,11f). Das Ei war aber auch schon in vorchristlicher Zeit ein Symbol für das
erwachende Leben und wurde später von der Christenheit als Sinnbild für die
Auferstehung Jesu besonders geschätzt: Wie das Küken durch die Schale
bricht, so kommt Jesus lebend aus dem Felsengrab. Da in der Fastenzeit auf tierische
Speisen verzichtet wurde, war das Ei, das man später auch
bemalte und verzierte, ein beliebtes Ostergeschenk.

In
deutschsprachigen Raum und den Niederlanden suchen die Kinder bunt
bemalte Eier und Süßigkeiten, die von einem „Osterhasen“
versteckt wurden. Ein sehr alter Brauch ist es, Zweige in Vasen oder auf
Bäumen im Garten mit bunt bemalten Ostereiern zu schmücken. Als
Ostergebäck gibt es einen Kuchen in Hasen- oder Lammform. Bräuche zum
Osterei sind das Ostereiertitschen, Ostereierschieben und Eierschibbeln.
Beim Eierditschen schlagen die Konkurrenten hart gekochte Eier
aneinander, dessen Ei kaputtgeht, hat verloren. Ein anderer Brauch ist das Eierrollen. Im Mittelalter wohnten die
wohlhabenden Bürger am Steilufer. Sie kullerten der ärmeren Bevölkerung,
die in dem vom Hochwasser gefährdeten Gebieten lebten, Eier den Hang
herab.
Osterhase – Symbol für Frühling und Fruchtbarkeit
Der Osterhase
wurde erst im 17. Jahrhundert zum
Symboltier für Ostern und ist das Sinnbild für Leben und Fruchtbarkeit
und entstand wohl zuerst im Elsass, der Pfalz und am Oberrhein.
Der Hase ist das Tier der Liebesgöttin Aphrodite, sowie der germanischen
Erdgöttin Holda. Er ist aber nicht nur Götterbote, er ist auch - wie das
Ei - ein Zeichen für Leben und Fruchtbarkeit. Er gilt als der Lieferant
der Ostereier, doch nicht immer und überall versteckte er die Eier. Noch
im vorigen Jahrhundert war der eierlegende Osterhase nicht in allen
Teilen Deutschlands bekannt. Die erste Belege für den Osterhasen stammen
von Medizinprofessor Georg Franck aus Heidelberg aus dem Jahre 1678.
Entstehung der Symbolik Osterhase - Osterei
Der eigentliche Ursprung des Osterhasen, der als Symbol der
Fruchtbarkeit gilt und des Ostereis sind
noch
weitgehend ungeklärt. Theorien dazu gibt es viele: Einige
Historiker sehen den Ursprung darin, dass sein Abbild auf ein
Osterbrot geprägt und darin ein Ei eingebacken wurde - so entstand die
Idee, dass der Osterhase die Eier bringt. Ein anderer Ursprung könnte
darin liegen, dass die
Bauern ihre
in den jährlichen Steuer- und Pachtabgabe
am Gründonnerstag an die Lehnherren in Form von Eiern gemacht
haben.
Bereits vor Christus wurden rot
gefärbte Eier als Fruchtbarkeitssymbole bzw. als Symbol des
Lebens verschenkt. Eine
Theorie ist, dass die Eier früher als „flüssiges Fleisch“ betrachtet
wurden und es somit in der Fastenzeit untersagt war sie zu essen.
Dadurch entstand ein Überschuss an Eiern, also kochte man die älteren ab um die
haltbar zu machen. Man weiß allerdings, dass die Weihe von
Ostereiern schon im 16. Jahrhundert praktiziert wurde und das
Verstecken aus dem 17. Jahrhundert stammt und schon damals
wurde den Kindern erzählt, dass der Osterhase die Eier
versteckt.
Das Osterlamm
Aus dem
Ritual des jüdischen Passahfest ein Lamm zu schlachten und zu verspeisen
entstand der Brauch des Osterlamms, es wird zum Gedenken
an Gott geschlachtet.
Opferrituale gibt es schon seit der Frühgeschichte der Menschheit und
haben auch in Deutschland einen alten, regional unterschiedlichen
heidnischen Ursprung.
Das Lamm
wird mit seiner Schutzbedürftigkeit und seinem weißem Fell auch als ein Symbol für Reinheit und friedliche Lebensweise
gesehen und gilt als Sinnbild für ein Leben
der Menschen in Frieden. Das
Osterlamm ist noch eines von vielen deutschen Brauchtümern der Gegenwart.
Heute
findet man an den Osterfeiertagen in Deutschland neben den Ostereiern, dem Osterbrot, dem Osterhuhn und
dem Osterhasen auch das Osterlamm auf vielen Speisekarte. Als
Besonderheit gilt das gebackene Osterlamm, ein Backwerk aus Rührteig mit viel Aufwand
verziert bildet es so auf vielen
Ostertischen den Mittelpunkt.
Das Osterbrot
In vielen Ländern und
Gegenden gilt es noch heute als österlicher Brauch ein frisches,
selbstgebackenes Brot auf den Tisch zu bringen. Das traditionelle
Osterbrot gehört auch heute noch zu den Speisen, die man zu Ostern in
der Kirche segnen lässt (Speisenweihe).
Innerhalb Deutschlands
gibt es beim Osterbrot zahlreiche regionale Unterschiede, egal ob
herzhaft oder süß, sie werden oft in bestimmten Formen gebacken, als Osterzopf,
Kringel, Laib oder in Tierform. Die Aufzählung an traditionellen,
regionalen Rezepten in Deutschland könnte man sehr lange weiterführen.
In der gallischen Kirche reichte man das Osterbrot denen, die nicht
zur Kommunion gehen konnten. Dieses Brot war geweiht, aber nicht in der
Messe konsekriert worden.
Das Osterwasser
Bei den Germanen war es ein Zeichen des Lebens und wurde erst im
2. jahrhundert in die christliche Tradition übernommen. Nach einem alten Brauch macht das Osterwasser schön und erhält Gesundheit und Jugend. Deshalb
ging man am
Ostermorgen zu einer Quelle, einem Bach oder See, schöpfte daraus eine Becher
Wasser und trug diesen schweigend nach Hause im es zu trinken. Es soll
das ganze Jahr Krankheiten heilen.
Das Osterwasser steht
im christlichen Glauben für das Symbolder Taufe und Wasser
spielt somit eine zentrale Rolle. Ostern ist dadurch bis heute der
zentrale Tauftermin.
Das Ostergelächter
Beim Ostergelächter
„risus paschalis“ (lat.) hatt der
Pfarrer die Aufgabe am Ostersonntag seine Gemeinde durch Humor und
Scherze zum Lachen zu bringen.
Osterritt
Die
Botschaft der Auferstehung Christi wurde früher durch Reiter von Ort zu
Ort gebracht, diese alte Tradition hat sich regional begrenzt bis heute
erhalten und wird als Osterritt zelebriert. Reiter führen Fahnen
und Kreuz mit sich, sie singen und beten auf ihrem Weg.
Weitere interessante
Seiten
http://www.ostern-mit-dem-osterhasen.de/index.html
http://www.osterseiten.de/ |