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Inhalt:

 

Thüringer Rostbrätel

Schmöllner Mutzbraten

Thüringer Schmandkuchen

Bratkartoffeln Thüringer Art

Thüringer Platz, Prophetenkuchen oder auch Ausläufer

 

Thüringer Rostbrätel

 

Zwiebelringe

Schweinenacken

Rostbrätel mit Brot. Senf Rostbrätel in Marinade

Ein Rostbrätel ist eine marinierte Scheibe vom Schweinenacken, die über Holzkohle gegrillt wird. Es handelt sich hierbei um eine Thüringer Spezialität, die neben der Thüringer Rostbratwurst die zweite Grillspezialität des Landes ist.

Die Bezeichnung „Rostbrätel“ ist vor allem in Westthüringen und Südthüringen verbreitet, in einigen Gebieten (z. B. Jena) hat sich die alte Bezeichnung „Rostbrätchen“ erhalten. Umgangssprachlich wird in Thüringen „Rost“ für „Grill“ und „braten“ (auch „bräteln“) für „grillen“ verwendet.

Zur Vorbereitung werden die zwei bis drei Zentimeter dicken Nackenkoteletts (mit oder ohne Knochen) geklopft und zwei bis 24 Stunden mariniert. Dazu werden die Scheiben gesalzen, gepfeffert, mit Thüringer Senf bestrichen, schichtweise mit Zwiebelringen in eine Schüssel gegeben und mit Pilsener Bier bedeckt. In einigen Rezepten werden Knoblauch und Kümmel als weitere Gewürze hinzugegeben.

Zum Braten wird der Holzkohlengrill nicht zu stark angeheizt, der Rost mit Speck eingerieben, um das Anhaften zu verhindern, und das Fleisch aufgelegt. Während das Fleisch bei mäßiger Hitze gart, wird es nach jedem Wenden mit der Marinade begossen oder mit leicht geschütteltem Bier direkt aus der Flasche besprüht. Das dient zur Geschmacksverbesserung, verhindert aber auch das Austrocknen des Fleisches auf der Oberseite. Außerdem wird durch auf die glühende Holzkohle abtropfendes Bier die Gartemperatur reguliert, und der aufsteigende Dampf trägt maßgeblich zur Garung und Geschmacksbildung bei.

Zutaten für 4 Personen

 

1 kg Schweinefleisch (Kamm ohne Knochen)

Pfeffer und Öl

½ Liter Bier, dunkel

1 EL Senf

Salz

Petersilie

750 g  Zwiebeln

Brot (Schwarzbrotscheiben)

 

Zubereitung

Kammscheiben von etwa 150g schneiden, leicht klopfen, mit Pfeffer bestreuen, mit Öl bestreichen.
Aus Bier, Senf, etwas Öl, Salz und Pfeffer eine Marinade bereiten. Fleischscheiben mit 1 Bund Petersilie in die Marinade legen, 12 - 24 zugedeckt kühl stellen. Dann abgetropft auf dem Grill oder mit wenig Öl in der Pfanne sehr saftig braten.
Auf Schwarzbrotscheiben anrichten, mit Senf bestreichen.
Zwiebelscheiben in Öl braten, auf die Rostbrätel häufeln.
Dazu passt Kartoffelsalat. 

 

Schmöllner Mutzbraten

 

 

Mutzbratenstand

 

Mutzbraten wird in Thüringen und im Westen Sachsens ein faustgroßes Stück Fleisch aus der Schulter oder dem Kamm des Schweines genannt, das mit Salz, Pfeffer und Majoran gewürzt, mariniert und auf sogenannten Mutzbratenständen im Birkenholzrauch gegart wird. Dazu wird meist Brot und Sauerkraut gereicht.

Bekannt ist der Mutzbraten vor allem um Schmölln und Altenburg in Ostthüringen. In der Altenburger Mundart bezeichnet das Wort „Mutz” ein Tier ohne Schwanz, hier das Schwein.

 

Zutaten:

 

600 g Schweinebraten (Kamm), ausgelöster

1 TL Salz

2 TL Majoran

½ TL  Thymian

3 TL Senf

1 EL Öl

½ Flasche Bier (Schwarzbier)

½  Knoblauchzehe

1 Zwiebel

20 g Margarine

Pfeffer

 

 Zubereitung:

Den Schweinekamm längs und quer teilen, so dass vier große Würfel entstehen. Das Fleisch mit Salz, Pfeffer, Majoran und Thymian einreiben, mit Senf bestreichen und mit dem Öl beträufeln. Die Fleischwürfel dicht an dicht in eine tiefe Schüssel legen und mit Bier begießen, so dass sie vollständig bedeckt sind. Knoblauch und Zwiebel schälen und dazu geben. Mindestens 12 Stunden marinieren lassen, dabei mehrmals wenden.

Die Fleischwürfel trockentupfen, mit Öl bepinseln und auf dem Bratrost des auf 175°C vorgeheizten Backofens legen. In die Fettpfanne 20 g Margarine geben und sie unter den Rost schieben. Den Braten insgesamt 1,5 Stunden braten lassen, jeweils 45 Minuten auf jeder Seite.
Den in der Fettpfanne aufgefangenen Bratensaft mit der Hälfte der Schwarzbiermarinade ablöschen, dann immer wieder heißes Wasser nachfüllen, damit der Bratenfond nicht einbrennt.

Die fertig gegarten Fleischstücke auf einer Platte anrichten und mit dem Bratensatz übergießen.

 

Thüringer Schmandkuchen

 

Der Schmandkuchen (auch Brei- oder Schmierkuchen genannt) ist in Thüringen, Hessen und Südniedersachsen bekannt. Er besteht aus Hefeteig und einem Belag aus Früchten oder Quark, der wiederum von einer Schicht Schmand, Pudding oder Brei bedeckt ist. Die Rezepte unterscheiden sich von Dorf zu Dorf und werden oft von Generation zu Generation weiter gegeben. Das jährliche Stadtfest der Stadt Dingelstädt führt auch den Namen „Breikuchenfest“.

Zutaten für 1 Springform:

Boden:
125 g weiche Butter oder Margarine
125 g Zucker
   2 Eier
200 g Mehl
   3 Teelöffel Backpulver

Belag:
600 g Schmand
   1 Päckchen Vanillinzucker
   6 Esslöffel Zucker
   2 Eier

Außerdem:
1 kleine Dosen Mandarinen

Zubereitung:
Für den Boden Butter oder Margarine mit Zucker geschmeidig rühren. Nach und nach die Eier dazugeben und einzeln unterrühren. Mehl mit Backpulver mischen und zu der Masse geben. Alles in eine gefettete Springform geben und glatt streichen.
Für den Belag alle Zutaten verrühren. Auf den Teig geben und verstreichen. Zum Schluss die abgetropften Mandarinen darauf verteilen.
Im vorgeheizten Backofen bei 190°C etwa 40 Minuten backen.

Bratkartoffeln Thüringer Art

 

Zutaten für 2 Personen

 

300 g Kartoffeln, vorwiegend festkochend

1 große Zwiebel

1 Prise Salz und Pfeffer

1 Prise Paprikapulver, edelsüß

2 EL Öl oder Margarine

Majoran und viel Kümmel

 

Zubereitung:

Die Kartoffeln schälen und in kleine Stücke, verhältnismäßig dünne Scheiben oder Spalten schneiden. Die Zwiebel schälen und in kleine Stücke schneiden.

In die Pfanne Öl oder Margarine heiß werden lassen. Die rohen Kartoffeln hinein geben, salzen und pfeffern. Die angegeben Gewürze darüber streuen. Von allen Seiten scharf anbraten, bis die Kartoffeln eine gute Farbe haben, erst dann die Zwiebeln dazugeben.

Variation: Nach Belieben Schinken oder Eier mit daruntermischen oder noch andere Kräuter dazugeben. Evtl. mit Ketschup essen.

 

Thüringer Platz, Prophetenkuchen oder auch Ausläufer

 

altes Thüringer Rezept

 

Zutaten für 8 Personen

 

500 g Mehl

6 kleine Eier

1 Glas Rum

100 g Margarine

100 g Zucker

1 Prise Salz

 

4 EL Zucker

4 EL Weinbrand

4 EL Margarine

4 Eier

Mehl

Butter Puderzucker

 

Zubereitung

Die ersten sechs Zutaten, für erste Variante:
Die Hälfte des Mehles nach und nach mit Eiern, Rum, Margarine, Zucker und Salz verarbeiten. Erst zuletzt den Rest des Mehles zugeben. Den lockeren Teig recht dünn ausrollen, auf dem gefetteten Blech mit Feinmargarine bestreichen und bei kräftiger Hitze, ca. 220-235°C, Gas Stufe 5, 30 -45 min., backen. Möglichst buttern und zuckern.

Die zweite Variante betrifft die restlichen Zutatenliste:
Alle Zutaten - Mehl soviel wie Flüssigkeit annimmt - miteinander verarbeiten. Den Teig nicht in voller Blechgröße ausrollen, da er breit läuft. Nach dem Backen bei starker Mittelhitze, dass ist bei Gas, die Stufe 4, Elektroherd ca. 200° C, Backzeit ca. 30 min., danach sofort buttern und zuckern.

Je mehr sich der Thüringer Platz während des Backens wölbt, desto echter ist das Gebäck!

 

Dieser Artikel steht unter http://de.wikipedia.org/wiki/Th%C3%BCringer_Rostbraten in der freien Enzyklopädie Wikipedia und ist unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation lizenziert. Die Autoren-Historie ist dort einsehbar.

 

 

 

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