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Senf
ist ein
scharfes
Gewürz, das aus den
Samenkörnern des
weißen,
braunen und des
schwarzen Senfs hergestellt wird. Gebräuchlich ist es als Senfkörner
(ganze Samen), Senfpulver (gemahlene Samen) und vor allem zu einer
Würzpaste verarbeitet als Tafelsenf oder Mostrich.
Inhaltsstoffe
Senfsamen enthalten neben etwa 20 bis 36 % nussig-mildem
Senföl und 28 %
Eiweiß die
Glykoside
Sinalbin (weißer Senf) bzw.
Sinigrin (brauner und schwarzer Senf), die für den
scharfen Geschmack und damit auch für die appetitanregende und
verdauungsfördernde Wirkung verantwortlich sind. Diese Glykoside sind
allerdings selbst nicht scharf. Erst durch das Schroten oder Mahlen der
Samen und Kontakt mit Flüssigkeit wird das ebenfalls im Senfsamen
enthaltene
Enzym
Myrosinase aktiv und verwandelt die Glykoside in
Traubenzucker,
Schwefelsäure und scharfe, tränenreizende
Isothiocyanate (die häufig ebenfalls wie das fette Senföl auch
ätherisches „Senföl“ genannt werden). Deshalb haben Senfkörner erst
einen milden, nussartigen Geschmack, der nur nach längerem Kauen etwas
an Schärfe gewinnt, und auch trockenes Senfpulver hat zunächst einen
faden, leicht bitteren, aber nicht scharfen Geschmack. Bei Tafelsenf
dagegen hat sich durch Mahlen und die Zugabe von Wasser und anderen
Zutaten bereits Isothiocyanat bilden können, so dass sich das scharfe
Aroma von vorne herein entfalten kann.
Neben den unterschiedlichen Farben der Samen zeichnen sich weißer,
brauner und schwarzer Senf auch durch unterschiedliche Schärfe aus:
Weißer Senf mit dem Glykosid
Sinalbin ist milder, brauner und schwarzer Senf mit dem Glykosid
Sinigrin sind deutlich schärfer. Durch das Mischungsverhältnis aus
weißem und braunem bzw. schwarzem Senf kann daher die Schärfe einer
Senfpaste nach Wunsch bestimmt werden. Da schwarzer Senf (Brassica
nigra) maschinell schwerer zu ernten ist, werden heute im
wesentlichen nur noch weißer Senf (Sinapis alba) und brauner Senf
(Brassica juncea) verwendet.
Geschichte
Senf war schon vor 3000 Jahren in
China als Gewürz geschätzt. Über Kleinasien gelangte er nach
Griechenland, wo er im
4. Jahrhundert v. Chr. als
Heilmittel bekannt war. Das erste überlieferte Rezept zur
Senfzubereitung verfasste der
Römer
Columella im
1. Jahrhundert n. Chr. Im
8. Jahrhundert wird Senf in einer Schrift
Karls des Großen erstmals in
Mitteleuropa erwähnt und wurde – von arabischen Pflanzungen in
Spanien aus verbreitet – an den europäischen Tafeln bald zu einem
wichtigen Gewürz. So ernannte Papst
Johannes XXII. einen seiner Neffen zum „Grand moutardier du pape“ –
zum „Großen päpstlichen Senfbewahrer“. Vor der breiten Verfügbarkeit von
Pfeffer und später auch
Chili waren Senf und
Meerrettich die einzigen scharfen Gewürze, die europäischen Köchen
zur Verfügung standen – entsprechend weit verbreitet waren sie.
Senfkörner
Ganze Senfsamen des weißen und des schwarzen Senfs werden zum Kochen,
Braten und Marinieren verwendet. Die mild-nussig schmeckenden Samen
entfalten dabei erst während des Garens bzw. Einlegens nach und nach ihr
scharfes Aroma.
Senfkörner des weißen Senfs werden beispielsweise zum Einlegen von
Senfgurken und
Mixed Pickles sowie zur Wurstherstellung verwendet.
Senfpulver
Senfpulver oder Senfmehl besteht aus gemahlenen, meist weißen
Senfkörnern. Besonders verbreitet ist es in der
englischen Küche. Falls es nicht mitgekocht wird, wird es mit Wasser
zu einer Paste verrührt, die ähnlich wie Tafelsenf verwendet wird.
Senfpulver kann auch Bestandteil von
Currypulver sein.
Tafelsenf
Die größte Verbreitung findet Senf von jeher zu einer Paste verarbeitet,
da sich seine Schärfe so am besten entfalten kann. Traditionell wird der
Senf dazu mit
Traubenmost vermischt, was von
lateinisch mustum ardens (brennender Most) über das
altfranzösische mostarde zum deutschen, heute nur noch
landschaftlich gebrauchten Namen Mostrich oder Mostert und
zum englischen mustard führte. Heute übliche Grundzutaten sind
neben Senf Wasser,
Essig und
Salz. Je nach Sorte können noch verschiedene
Gewürze und andere Zutaten hinzukommen.
Zur Herstellung werden die gereinigten Senfkörner zuerst zwischen Walzen
geschrotet und meist anschließend entölt. Dann wird der Schrot mit den
übrigen Zutaten vermischt und der entstandenen Maische Zeit zum
Fermentieren gegeben – dadurch entsteht das typische Aroma.
Anschließend wird der Brei, je nach Sorte, zu einer mehr oder weniger
glatten Paste vermahlen. Dabei darf die Temperatur 50 °C nicht
übersteigen, um die ätherischen Öle zu erhalten. Schließlich reift der
Tafelsenf bei anspruchsvollen Herstellern noch einige Zeit, bevor er
abgefüllt wird. Auch bei sofort abgefülltem Senf entwickelt sich der
Geschmack noch im
Glas oder in der Tube.
Tafelsenf wird zu
Wurst,
gepökeltem und kaltem
Fleisch gereicht oder dient als würzende Zutat für
Saucen,
Salate,
Fisch- und
Gemüsegerichte. Wegen seiner neben der würzenden auch
emulgierenden Wirkung ist er auch Bestandteil von
Mayonnaisen und
Vinaigrettes.
Sorten

verschiedene Senfsorten
Schon durch die Auswahl und das Verhältnis von weißem zu schwarzem Senf,
den Mahlgrad der Körner und den verwendeten Most oder Essig entstehen
ganz unterschiedliche Geschmacksrichtungen und Konsistenzen. Durch
weitere Zutaten wie
Zucker,
Karamell oder
Honig,
Meerrettich oder
Cayennepfeffer, Kräuter und Gewürze wie
Estragon oder
Zimt,
Zitronensaft oder
Wein,
Knoblauch,
Tomaten oder
Paprika entstehen weitere Geschmacksnuancen zwischen süßlich mild,
würzig und sehr scharf.
Mittelscharfer Senf
Beliebteste Form des Senfs in Deutschland ist mittelscharfer Senf,
auch Delikatesssenf genannt. Er wird überwiegend aus weißer und
brauner Senfsaat hergestellt. In den östlichen Bundesländern und
Österreich ist als Variante auch Meerrettichsenf/Krensenf
beliebt, der zusätzlich Meerrettich/Kren oder Meerretticharoma/Krenaroma
enthält.
Scharfer Senf
Er entspricht dem mittelscharfen, enthält aber einen höheren Anteil
brauner Senfsaat. In Österreich versteht man unter "scharfem Senf"
dunkleren Estragonsenf.
Süßer Senf
Süßer Senf,
bayerischer oder Weißwurstsenf besteht aus grob
gemahlenen, teilweise gerösteten Senfkörnern und wird mit
Zucker,
Süßstoff oder
Apfelmus gesüßt. In
Deutschland wird er hauptsächlich zu
Weißwurst und
Leberkäse gegessen. Erstmals hergestellt wurde bayrischer Senf 1854
von
Develey. Auch in
Skandinavien,
Frankreich,
Österreich und
Tschechien kennt man verschiedene Sorten süßen Senfs.
Rotisseur-Senf
Rotisseur-Senf
ist eine allgemeine Bezeichnung für nur grob geschroteten Senf, der – da
dadurch weniger hitzeempfindlich – zum Würzen von Grillfleisch und
Ähnlichem geeignet ist.
Dijon-Senf
Die
französische Stadt
Dijon erhielt im 13. Jahrhundert ein
Monopol auf die Senfherstellung. Dijon-Senf muss nach dem
europäischen Codex aus braunen Senfkörnern hergestellt werden. Die
Senfkörner werden dazu durch eine Siebschleuder mit feinen Löchern
gekratzt, wobei die Schalen im Inneren zurückbleiben und nur der
Senfkern weiterverarbeitet wird. Traditionell werden die Senfkörner bei
Dijon-Senf nicht entölt, was ihm ein besonders volles Aroma verleiht.
Klassischer Dijon-Senf ist scharf und fein gemahlen. Eine der
bekanntesten Varianten ist Estragonsenf, der besonders zu kaltem
Geflügel passt.
Englischer Senf
Traditioneller Englischer Senf ist als Zubereitung ein besonders
scharfer Senf aus dem Mehl weißer und schwarzer Senfkörner. Varianten
enthalten unterschiedliche zusätzliche Gewürze, aber beim Original kommt
die besondere Schärfe allein aus dem Senfmehl und nicht etwa aus den
Zusätzen.
Kremser Senf
Kremser Senf wird aus grob gemahlenen gelben und braunen Senfsamen,
etwas Zucker, unvergorenem Weinmost und Weinessig aus der Region
Krems hergestellt.
Mostrich
Auch wenn Mostrich in einigen Regionen als Synonym für alle Senfsorten
verwendet wird, ist er doch ursprünglich Senf, bei dem statt Essig
unvergorener Traubensaft („Most“) verwendet wird.
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http://de.wikipedia.org/wiki/Senf
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