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Bratwürste
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Ein
Eisbein auf Sauerkraut
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Unter
dem Begriff deutsche Küche fasst man die verschiedenen Kochstile
zusammen, die in Deutschland vorherrschen. Es gibt allerdings keine
einheitliche deutsche Küche, denn jede Region hat ihre eigenen
Spezialitäten. Die regionale Küche ist jeweils von der Küche
angrenzender Länder beeinflusst und hat ihrerseits auf diese
zurückgewirkt.
Ausländern fällt zur deutschen Küche meist zuerst das Sauerkraut ein.
Mit deutschen Gerichten assoziiert man meistens deftige, fleischlastige
Gerichte. Das erklärt sich teilweise daraus, dass Deutschland relativ
weit nördlich liegt und früher in harten Winterzeiten auf die
Kalorienzufuhr geachtet werden musste. Das resultiert beispielsweise in
derben Kartoffelgerichten - Deutschland zählt zu den Ländern, die am
meisten Kartoffeln verbrauchen. Deutschland ist auch für die Vielfalt an
Brotsorten bekannt. Als „typisch deutschen“ Fleischlieferanten
betrachtet man das Schwein.
Mahlzeiten
Traditionell ist die Hauptmahlzeit des Tages das Mittagessen, das
zwischen 12 und 14 Uhr eingenommen wird. Das Abendbrot ist eine meist
kleinere Mahlzeit, die oftmals auch nur aus ein paar belegten Broten
besteht. In der letzten Zeit haben die sich wandelnden
Arbeitsgewohnheiten dazu geführt, dass viele Deutsche ihre Hauptmahlzeit
abends zu sich nehmen.
Das
Frühstück besteht meist aus Brötchen, Toast oder Brot mit Marmelade oder
Honig, Wurst oder Käse. Auch Müsli zusammen mit Milch, Obst, Joghurt
oder anderen Milchprodukten ist recht beliebt, ebenso das (hart oder
weich gekochte) Frühstücksei. Dazu trinkt man meistens Kaffee, Tee oder
Saft sowie Kakao oder pure Milch.
Speisen
Fleisch und Fisch

Wurst
gibt es in allen Regionen Deutschlands.
Schweinefleisch, Rindfleisch und Geflügel sind die wichtigsten in
Deutschland verzehrten Fleischarten. Unter letzterem ist Huhn am meisten
verbreitet, Gans und Truthahn sowie Ente werden ebenfalls häufig
verzehrt.
Während der Jagdsaison ist auch Wild beliebt (besonders Wildschwein,
Kaninchen und Reh). Lamm- und Ziegenfleisch sind zwar gleichfalls im
Handel, aber in den meisten Gegenden nicht sehr populär. Pferdefleisch
wird in einigen Regionen als Spezialität angeboten, ist aber nicht
sonderlich verbreitet.
Deutschland hat weltweit die größte Vielfalt an Wurstsorten. Typisch ist
auch der Verzehr von rohem Fleisch als Mett oder Tatar. Der am meisten
verbreitete Meeresfisch ist der Hering in den verschiedensten
Zubereitungsvarianten. Auch Lachs wird im ganzen Land gegessen. Von den
Süßwasserfischen ist Forelle der auf deutschen Speisetafeln am meisten
verbreitete Fisch, aber auch Karpfen und Barsch werden häufig serviert.
Meerestiere sind naturgemäß eher an der Nord- und Ostseeküste
verbreitet.
Gemüse
Gemüse
wird häufig in Eintopfgerichten verzehrt, und als Beilage serviert.
Kartoffeln, Karotten, Spinat, Erbsen, Bohnen und verschiedene Kohlsorten
sind dabei am meisten verbreitet, dazu kommen verschiedene Salatsorten,
Tomaten und Gurken. Gebratene Zwiebeln werden oft zu Fleischtellern
serviert und in vielen Speisen mitverarbeitet.
Beilagen

Bratkartoffeln
In
Restaurants in Deutschland sind – anders als in Großbritannien oder
Italien – die Beilagen in der Regel im Gesamtpreis eines Essens
enthalten.
Die
wichtigste Beilage ist die Kartoffel. Es gibt sie in vielen Variationen,
z. B. als Salzkartoffel, Pellkartoffel, Knödel, Kartoffelpuffer,
Bratkartoffel, Krokette oder Kartoffelpüree. In Mensen und
Schnellrestaurants werden große Mengen Pommes Frites als Beilage oder
auch als Hauptgericht verzehrt.
Auch
Reis wird gerne, besonders zu Fisch und Geflügel, als Sättigungsbeilage
genommen.
Deutsche Nudeln sind normalerweise dicker als italienische und enthalten
häufig Ei. Im südlichen Teil des Landes ist die überwiegende
Nudelvariante Spätzle, die eine sehr große Menge Eigelb enthält.
Gewürze und Kräuter

Tafelsenf
Gewürzt wird traditionell mit Salz und schwarzem Pfeffer. Senf ist eine
beliebte Beilage zu Würsten und oft sehr scharf. In den südlichen Teilen
des Landes gibt es eine süße Variante des Senfes, der fast
ausschließlich mit den bayerischen Spezialitäten Weißwurst und Leberkäse
serviert wird. Meerrettich wird auch gerne als Gewürz benutzt.
Knoblauch, welcher lange Zeit wegen des Geruches ausgesprochen verpönt
war, hat nie eine große Rolle in der traditionellen deutschen Küche
gespielt, erlangte aber in den letzten Jahrzehnten wegen der Einflüsse
der französischen und italienischen Küche eine steigende Popularität. Im
Allgemeinen sind deutsche Gerichte nur selten scharf - die
Lieblingskräuter sind traditionsgemäß unter anderem Petersilie, Majoran,
Thymian, Lorbeer, Liebstöckel, Dill und Schnittlauch, unter den Gewürzen
unter anderem weißer Pfeffer, Wacholderbeeren und Kümmel.
Andere
inzwischen beliebte Kräuter sind beispielsweise Basilikum, Rosmarin,
Oregano. Auch Chilischoten haben in letzter Zeit an Popularität
gewonnen.
Milchprodukte
Deutschland ist eines der Länder, in denen Milchprodukte die größte
Vielfalt erreichen. Neben verschiedensten Käsesorten, unter denen
Sauermilchkäse wie Harzer Käse zu finden sind, gibt es viele
verschiedene Sorten Quark, Joghurt, Buttermilch, Kefir und Dickmilch.
Brot

Deutsches Roggenmischbrot
In
Deutschland gibt es viele Brotsorten, traditionell vor allem Grau- und
Schwarzbrotsorten (u.a. Pumpernickel, Mischbrot, Vollkornbrot usw.),
sowie das vorwiegend im süddeutschen Raum verbreitete Laugengebäck, zu
der auch die weltbekannte Brezel gehört; heute sind jedoch auch
unzählige Weißbrotsorten zu finden. Die gewohnte Vielfalt vermissen
viele Deutsche im Ausland. "Deutsche" Bäckereien in vielen Ländern der
Welt profitieren von diesem guten Ruf.
Desserts
Es
gibt zahlreiche Variationen von Torten und Kuchen, die meist mit
frischen Äpfeln, Pflaumen, Erdbeeren, Kirschen oder Rhabarber gebacken
werden. Käsekuchen ist ebenfalls eine beliebte Variante. Seit sich ab
den 1920er Jahren von Italienern betriebene Eisdielen als erste
ausländische Lokale im Lande verbreiteten, ist auch Speiseeis sehr
beliebt.
Getränke

Ein
Bier nach Pilsener Art
Bier
ist in allen Teilen Deutschlands beliebt, vor allem das Pils, aber auch
viele regionale Biersorten wie beispielsweise Helles, Kölsch, Altbier,
Weißbier oder Berliner Weiße. Eine Mischung aus Bier und Limonade wird
im Süden als Radler oder Gespritztes und im Norden als
Alsterwasser bezeichnet. Eine Mischung aus Bier und Cola trägt
Bezeichnungen wie Drecksack, Schmutz, Diesel oder
Krefelder.
Auch
Wein ist in Deutschland beliebt und weltweit bekannt, insgesamt werden
16 Weinbauregionen unterschieden. Der Weinbau in Deutschland wurde von
den Römern etwa im 2. Jahrhundert an der Mosel begonnen. Der deutsche
Wein kommt vor allem aus den Gegenden entlang des Rheins, der Donau, des
Mains, der Mosel, der Saale und des Oberlaufs der Elbe. Dabei sind
Riesling, Müller-Thurgau (Rivaner) und Silvaner die bekanntesten
deutschen Weinsorten. Auch Wein wird gern mit kohlensäurehaltigem Wasser
gemischt als Wein-Schorle getrunken.
Ebenso
ist der Apfelwein (im Südwesten auch Viez genannt) sowie andere
Obstweine in den Regionen Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland,
Baden-Württemberg und anderen Obstanbaugebieten wieder in aufsteigender
Tendenz. Seine Tradition kann man ebenso lange zurückverfolgen wie die
des Weines. Der Verbrauch von Schnaps ist in den vergangenen Jahrzehnten
zurückgegangen, dafür ist der Verbrauch von Alkopops und Cocktails
gestiegen.
In
Deutschland wird außerdem häufig Kaffee getrunken, nicht nur zum
Frühstück, sondern auch am Nachmittag als Kaffee und Kuchen. In
Ostfriesland ist auch Tee sehr beliebt. Als nichtalkoholische
Erfrischungsgetränke sind vor allem kohlensäurehaltiges Mineralwasser,
Fruchtsäfte, die Mischung aus beidem, Schorle genannt, sowie Cola
und Limonade sehr beliebt. Als Spezi, Kalter Kaffee oder
Moorwasser wird eine Mischung aus Cola und Orangenlimonade
bezeichnet. Gern werden auch Kreationen wie Eistee und verschiedene
Mixgetränke konsumiert, und auch stilles Mineralwasser wird immer
beliebter.
Regionale Küche
Südwestdeutschland

Maultaschensuppe
Im
äußersten Südwesten Deutschlands (Baden, Pfalz, Saarland) ist die Küche
durch das benachbarte französische Elsass beeinflusst. Flammkuchen und
Riesling sind ebenso typisch wie der Dibbelabbes der Saarländer. Hier
isst man Schupfnudeln, die man auch Bubespitzle nennt,
verarbeitet Kirschen zum Kirschenmichel und bereitet das Sauerkraut mit
Weißwein zu. Bekannt ist auch der Pfälzer Saumagen, den der frühere
Bundeskanzler Helmut Kohl auch bei Besuchen von Staatsgästen servieren
ließ. Ein Wildgericht ist Rehrücken Baden-Baden. Als regionale
Spezialität werden Weinbergschnecken angesehen; sie sind auch
Bestandteil der Badischen Schneckensuppe.
Die
Schwäbische Küche kennzeichnet der Übergang von dieser französisch
inspirierten Küche zur bayerisch-österreichischen Küche. Spätzle sind
der Begleiter zahlreicher Gerichte wie des Zwiebelrostbratens, wenn sie
nicht wie in Kässpätzle oder bei Linsen mit Spätzle zum Hauptbestandteil
werden. Maultaschen und Gaisburger Marsch sind wie der Schwäbische
Wurstsalat und Sulz und der oft mit Bratkartoffeln gegessene
Ochsenmaulsalat Gerichte, die ihren Ursprung in Schwaben haben. Bekannt,
wenn auch nicht mehr so verbreitet wie früher, sind auch Innereien wie
Leber und Nieren, Kutteln und Bries. Am Bodensee wird Süßwasserfisch,
vor allem Kretzer und das Felchen, geschätzt.
Bayern

Weißwürste mit Brezn und süßem Senf
Die
Bayerische Küche ist durch die kulturelle und regionale Nähe verwandt
mit der böhmischen und der österreichischen Küche.
Eine
reiche Palette an Mehlspeisen und Knödelgerichten wie beispielsweise
Dampfnudel, Germ-, Zwetschgen-, Semmel- und Leberknödel sind Beispiele
dafür. Typisch sind auch die Fleischgerichte wie der bayerische
Schweinsbraten mit Kruste, Reiberknödel (Kartoffelknödel) und Krautsalat
oder das Boeuf ala mode.
Kennzeichnend für die bayrischen Essgewohnheiten ist auch das zweite
Frühstück, zu dem traditionell Weißwürste, Leberkäse oder Kronfleisch
gegessen wird. Weißwurst und Leberkäse werden mit süßem Senf und Brezen
gegessen, zum Kronfleisch wird geriebener Kren (Meerrettich) und
kräftiges Brot serviert. Oft trinkt man dazu ein Helles oder ein
Weißbier.
Franken
Die
fränkische Küche ist vor allem für ihre Nürnberger Lebkuchen und
Bratwürste bekannt. Zu den Würsten wird meist ein deftig angemachter „Grumbernzelod“
(Kartoffelsalat) gegessen. Die Franken essen Bratwurst auch als Blaue
Zipfel, schätzen das Nürnberger Gwärch, den Aischgründer Spiegelkarpfen,
Schäufele mit Kartoffelknödel und die Bamberger Zwiebeln und zum Kaffee
Knieküchle oder Streuselkuchen. Beliebt sind auch Krapfen gefüllt mit „Hiffenmark“
(Hagebutten-Marmelade).
Hessen

Handkäse mit Musik
Als
typisch für die südhessische Küche gilt, was in einer traditionellen
Frankfurter Apfelweinkneipe serviert wird. Dort hat der Gast als
Begleiter zum Apfelwein die Auswahl zwischen dem in einer Essigmarinade
angemachten Handkäse, der mit feingehackten Zwiebeln serviert wird („Handkäs
mit Musik“), Frankfurter Grüner Soße mit Pellkartoffeln, Frankfurter
Rippchen mit Sauerkraut und Kartoffelpüree oder Frankfurter Rindswurst,
die er mit einem Stück kräftigem Brot und Senf oder geriebenem
Meerrettich essen kann. Bethmännchen sind ein südhessisches Gebäck, das
zur Adventszeit gegessen wird.
Die
nordhessische Küche hat eigene Spezialitäten, die im Süden nicht
gegessen werden. Dies sind zum Beispiel Ahle Wurst, Weckewerk,
Speckkuchen und Duckefett. Grüne Sauce ist auch in Nordhessen beliebt,
sie wird mit einer anderen Kräutermischung hergestellt als in Frankfurt.
Rheinland

Rheinischer Sauerbraten
Die
Rheinische Küche wird einerseits geprägt durch die Nähe zu Belgien und
den Niederlanden und damit der Küste sowie zum anderen von den
Besonderheiten des Rheinlandes. Die Kölner bringen nicht nur ihre alte
Vorliebe für Pferdefleisch mit (dem traditionellen Hauptbestandteil des
Rheinischen Sauerbratens), sondern auch die Begleiter zum Kölsch wie
etwa Halve Hahn (Roggenbrötchen mit mittelaltem Gouda) und Kölsche
Kaviar (Blutwurst mit Zwiebeln). Genauso geschätzt werden
Miesmuschelgerichte, die berühmte Bergische Kaffeetafel des Bergischen
Landes, Schnippelbohnensuppe, Pfannkuchen und Reibekuchen.
Saarland
Im
Saarland sind traditionelle Gerichte zum Beispiel der Schwenker,
gewürztes Schweinefleisch welches auf dem gleichnamigen Grill zubereitet
wird. Auch sehr beliebt als Wurstbeilage oder zu Brot ist der Lyoner.
Als weitverbreitetes Gericht zählt auch Dibbelabbes, ähnlich einem
Kartoffelpuffer, bestehend aus geriebenen Kartoffeln und Lauch,
wahlweise mit oder ohne Speck.
Nordwestdeutschland

Labskaus mit Spiegelei, Gewürzgurke und Roter Bete
Der
Nordwesten Deutschlands (Niedersachsen, Bremen, Hamburg,
Schleswig-Holstein, Westfalen) wird geprägt durch die jeweilige Nähe zum
Meer und die Marsch- und Geestlandschaften. Traditionell verzehrten vor
allem die Einwohner der küstennahen Städte, sowie die Fischer selbst,
größere Mengen von Speisefisch, wie Scholle, Hering und Kabeljau, dazu
Meeresfrüchte, wie Krabben. Obwohl er (bis auf einen Rollmops) keinen
Fisch enthält, gilt auch der Labskaus als ein typisches Essen der
Seeleute und Nordseefischer. Schon wenig weiter landeinwärts basiert die
Küche jedoch im Wesentlichen auf den landwirtschaftlichen Produkten vor
Ort, wozu gelegentlich Süßwasserfische wie Hecht und Aal kommen.
Die
Grundlagen der Hauptmahlzeit bilden vor allem Kartoffeln und Kohl,
früher auch Steckrüben, die in anderen Regionen Deutschlands oft nur als
„Schweinefutter“ galten. Brot aus Roggen ist hier charakteristisch,
ebenso Buchweizengerichte, besonders in moorigen Regionen und auf den
leichten Sandböden in Holstein oder der Lüneburger Heide (beispielsweise
Holsteiner Buchweizenklöße). Weizenmehl findet weniger Verwendung, meist
nur in den fruchtbaren Marschgebieten, zum Beispiel als Klüten und
Dithmarscher Mehlbeutel.
Sowohl
das Fleisch von Rind und Schwein, als auch Fisch, werden zur
Haltbarmachung meist geräuchert. Deftige Würste wie Bregenwurst und
Kohlwurst sind typisch sowie eine häufige Verwendung von Speck,
beispielsweise als Specksoße zu Fisch und im gekochten Grünkohl. Bekannt
sind die Grünkohlessen, zu denen meist Pinkelwurst gereicht wird.
Typisch für die Region sind Eintöpfe, in denen oft salzig-deftige
Zutaten mit dem fruchtig-süßen Aroma von Obst und Backobst verbunden
werden. Hierzu gehören Gerichte wie Birnen, Bohnen und Speck und
Hamburger Aalsuppe. Daneben sind Steckrübeneintöpfe, wie Lübecker
National, und Snuten un Poten auch heute noch beliebt. Im Sommer werden
leichtere Obst- und Früchtesuppen mit Grießklößen bevorzugt, daneben
auch Milchsuppen und Früchtepfannkuchen.
Traditionelles Dessert ist die Rote Grütze, die mit Milch oder einer
leicht angeschlagenen Sahne serviert wird. Bekannte Gebäcke aus dieser
Region sind der braune Kuchen sowie der Butterkuchen und das
Franzbrötchen. Aus dieser Region stammt auch der Pharisäer, ein Getränk
aus Kaffee und Rum.
Ohne
die Verbindung zum Meer ist die Küche der Region Westfalen-Lippe recht
fischlos, die typischen Gerichte bestehen vor allem aus dem, was die
Landwirtschaft produziert. Zu nennen wären Pickert, Westfälischer
Schinken, Pfefferpotthast, Hasenpfeffer, Panhas und Pumpernickel.
Nordostdeutschland
Die
Küche im Nordosten Deutschlands (Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und
Berlin) ist deftig und von den Nachbarküchen wie der schlesischen und
der Küche Ostpreußens beeinflusst - z. B. Königsberger Klopse .
Typisch für die Berliner Küche sind Eisbein, Kasseler, Bockwurst,
Boulette und Currywurst. Auch Gerichte aus Ost- und Südosteuropa wie
Soljanka oder Letscho sind hier sehr populär. Hinzu kommen aber auch die
traditionellen Fischgerichte, besonders an der Ostsee (Dorsch), an den
mecklenburgischen und brandenburgischen Binnenseen oder im Spreewald
(Hecht, Zander und Forelle). Ferner spielen Kartoffeln, Rüben,
Spreewaldgurken und Wildgerichte eine größere Rolle. Speziell
Brandenburg ist berühmt für Torten und Kuchen (beispielsweise Plinsen,
Eierkuchen, Windbeutel und Klemmkuchen).
Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen

Baumkuchen
Bekannt sind aus Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt vor Allem deftige
Gerichte und das Bier. Auch hier sind Gerichte aus Ost- und Südosteuropa
wie Soljanka oder Letscho sehr populär. Da die Magdeburger Börde, die
Leipziger Tieflandbucht, das Thüringer Becken und das Mittelsächsische
Hügelland von der Bodenqualität her landwirtschaftlich sehr begünstigte
Gebiete sind, findet sich in der hiesigen Küche ein reiches Angebot an
Gemüse und Obst.
Sachsen-Anhalt
ist die Heimat der Halberstädter Würstchen und verschiedener
Konditoreiwaren wie dem Salzwedeler Baumkuchen. Die Gebiete im
Norden des Bundeslandes besitzen (mit z.B Spargel- und
Kohlgerichten) ähnliche Regionalküchen wie das benachbarte
Niedersachsen und Brandenburg. Der Harz ist ferner bekannt für seinen
Wildreichtum und den Harzer Käse. Im Süden findet
länderübergreifend Weinbau statt. Die nördlich Lage erlaubt die
Produktion säurebetonter, spritziger Sorten wie etwa Weißburgunder. In
Freyburg/Unstrut ist daher auch Deutschlands größter Sektproduzent
Rotkäppchen zu Hause.
Aus
Thüringen, dessen „Küchennachbarn“ Franken und Hessen sind, kommen
die Thüringer Klöße und die Thüringer Rostbratwürste, der
Mutzbraten, sowie das „Rostbrätel“. Teigwaren und
Klöße sind ebenso beliebt wie Kartoffeln. In den Tälern von Saale
und Ilm nördlich von Jena wird grenzübergreifend zu Sachsen-Anhalt
Weinanbau mit Zentrum in Bad Sulza betrieben. Thüringer bevorzugen aber
mehr das Bier.
In
Sachsen sind, ähnlich wie bei deren „Küchennachbarn“ in Thüringen,
Teigwaren und Klöße bzw. Knödel gleichermaßen
beliebt wie Kartoffeln. Weiterhin beeinflusst ist Sachsen von der
österreichischen, böhmischen und schlesischen Küche. Über die
Landesgrenzen hinaus sind das Leipziger Allerlei und der
Dresdner Stollen, ein Weihnachtsgebäck aus Dresden. Die kulturelle
Nähe zu Österreich zeigt sich in einer ausgeprägten Liebe zu
Kaffeespezialitäten, feinem Gebäck und der Kaffeehaustradition im
Allgemeinen. Dies verkörpert unter anderem die Kunstfigur Ilse Bähnert.
Bekannt sind sächsische Regionen und Städte für die Quarkkäulchen,
Dresdner und Freiberger „Eierschecken“, „Leipziger Lerchen“,
„Meißner Fummeln“, gekochtes Eisbein, sächsische
Kartoffelsuppe und den sächsischen Sauerbraten. Zu den
weltweit bekannten erzgebirgischen Weihnachtsbräuchen zählt das so
genannte Neunerlei (mundartlich: Neinerlaa). Traditionell
überliefert und Sachsen zugeschrieben, spielten früher Flecke in
der einfachen Küche ein Rolle. Unter Einfluss der sorbischen Bevölkerung
hat das Gericht Quark mit Leinöl ebenfalls große Popularität
erlangt und gilt als lokale Spezialität. Bekannt sind ebenfalls die
Elbweine aus Sachsen, obwohl die Sachsen, wiederum ähnlich wie
Thüringer, größere Biertrinker sind.
Schlesische Küche
Zur
Küche in Schlesien existiert der Hauptartikel schlesische Küche.
Entwicklung und neuere Tendenzen

Spaghetti mit Tomatensoße und Parmesankäse
Vor
dem Zweiten Weltkrieg waren ausländische Restaurants selbst in deutschen
Metropolen selten zu finden. Als Mitte der 1950er Jahre italienische
Gastarbeiter nach Deutschland kamen, während gleichzeitig Deutsche ihren
Urlaub bevorzugt in Italien verbrachten, entstanden verstärkt Pizzerien,
die neben Pizza auch andere in Italien beliebte Gerichte wie
beispielsweise Spaghetti anboten. Es folgten Restaurants mit
Balkan-Spezialitäten, die dem damaligen Wunsch nach viel Fleisch, großen
Portionen und deftiger Würzung entsprachen. Neben weiteren europäischen
Landesküchen wie beispielsweise der griechischen, spanischen oder
türkischen Küche etablierten sich mit dem Aufkommen der Fernreisen auch
exotische Gerichte in Deutschland; weit verbreitet sind heute
beispielsweise indische, mexikanische, chinesische, thailändische und
japanische Restaurants (Sushi).
Nachdem die deutsche Küche lange Zeit als grob und unfein angesehen
wurde, nehmen jetzt Bestrebungen, zu einer "feinen" deutschen Küche zu
kommen, immer mehr zu. Durch Verwendung regionaler, hochwertiger und den
Jahreszeiten angepasster Zutaten und durch perfekte Zubereitung versucht
man zu beweisen, dass die deutsche Küche es durchaus mit internationaler
Haute Cuisine aufnehmen kann. Ein Wegbereiter dieser Entwicklung war der
langjährige Chefkoch des Münchener Restaurants "Tantris", der
Österreicher Eckart Witzigmann.
Ein
weiterer Trend ist die Besinnung auf traditionelle, fast verschwundene
Gemüsesorten wie Pastinake, Petersilienwurzel und Topinambur. Noch um
1900 gehörten die Rezepte für diese Gemüsesorten zum Repertoire der
einschlägigen Kochbücher.
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