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Berliner Zinnfiguren

 

Eine Zinnfigur ist eine Figur hergestellt aus dem Metall Zinn, neben Zinn wurde auch Wismut, Antimon oder Blei verwendet. Zinnsoldaten sind Nachbildungen von Soldaten als Zinnfigur.

Die gute Bearbeitbarkeit von Zinn, und sein Schmelzpunkt von 228 Grad Celsius, war schon in der frühen Geschichte der Menschheit bekannt und dadurch für den Formguss besonders gut geeignet. Bereits im antiken Rom stellte man vereinzelt filigrane Figuren aus Zinn, als Spielzeug für Kinder aus reichen Häusern her. Weitverbreitet waren Zinnfiguren schon seit dem 16. Jahrhundert. Kein europäisches Königshaus, dessen männlicher Nachwuchs nicht mit Regimentern aus Zinnsoldaten in den Spielzeugkrieg zog.

Ähnliche Figuren wie Zinnsoldaten sind bereits in der Zeit des Römischen Reiches bekannt und nach dem Siebenjährigen Krieg war die wichtigste Aufschwungphase für die Zinnfiguren-Industrie. Die seltenen Funde lassen jedoch darauf schließen, dass diese Zinnfiguren nicht sonderlich weit verbreitet waren oder haben nur einfach die Jahrhunderte nicht überdauert.

Im 19. Jh., als das Porzellan das Zinngeschirr allmählich verdrängte, suchten die Zinngießer nach neuen Aufgaben und fanden sie in der Spielzeugproduktion. Mit mehr als 60 Herstellern wurden Nürnberg und das benachbarte Fürth zu den Zentren deutscher Blei- und Zinnfigurenherstellung, dabei dienten die Soldaten aller Waffengattungen und der europäischen und außereuropäischen Heere als Vorbild. Die Figuren wurden nicht nur in viele deutsche Regionen und Städte, sondern auch ins europäische und internationale Ausland geliefert. Die Hersteller boten in ihrem umfangreichen Repertoire teure und aufwendig gestaltete Figuren ebenso an, wie preiswerte Massenartikel. Ende des 19. Jahrhunderts belief sich die Menge der in Nürnberg und Fürth hergestellten Figuren auf 40 Millionen Stück.

Künstler, wie Carl Alexander Heideloff, dessen Bruder Manfred, Wilhelm Camphausen und andere, haben Entwürfe hierfür geliefert. Zu Beginn waren sie meist flach gehalten, wurden später aber dann plastisch ausgeformt und entsprechend den Vorbildern bemalt.

Die älteste bisher gefundene Zinnfigur stammt aus dem 13. Jh. und wurde bei Magdeburg entdeckt  Zunächst wurden Zinnfiguren wahrscheinlich religiös als sogenannte Pilgerzeichen benutzt.

 Im Jahre 1578 erlaubte der Rat der Stadt Nürnberg den Zinngießern das Herstellen von "Kindswerk", womit der Siegeszug der beliebten Figuren als Spielzeug begann.  

Knabe mit Zinnfiguren (19. Jahrhundert)

Zinnsoldaten

Zinnfiguren gibt es als vollplastische, halbplastische und als Flachfiguren in allen Größen und Maßstäben. Bei den Flachfiguren ist die gängigste Größe 28 mm Augenhöhe. Wie sehr die Stadt Nürnberg die Zinnfigurenwelt beeinflusst hat, wird daran deutlich, dass man die Größe von 30 Millimetern als "Nürnberger Maß" bezeichnet.

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Zinnfiguren waren zunächst „Lernspielzeug“, mit denen Kindern die „große weite Welt“ oder die geschlechtsspezifische Rolle von Mann und Frau näher gebracht werden sollte. Erst Mitte des 19. Jahrhunderts gewannen die Zinnsoldaten eine immer größere Bedeutung und drängten die anderen Spielmöglichkeiten an den Rand. Lediglich Zinnschmuck (beispielsweise für Weihnachten) hatte noch eine größere Bedeutung.

Weltmarktführer war ab Mitte des 19. Jahrhunderts die Nürnberger Offizin Heinrichsen, die auch heute noch besteht.

Künstler, wie Carl Alexander Heideloff, dessen Bruder Manfred, Wilhelm Camphausen und andere, haben Entwürfe hierfür geliefert. Zu Beginn waren sie meist flach gehalten, wurden später aber dann plastisch ausgeformt und entsprechend den Vorbildern bemalt. Ab etwa 1920 erhielt das Spielzeug „Zinnfigur“ eine neue Rolle. Die Figuren wurden realistischer gestaltet und Erwachsene begannen „kulturhistorische Zinnfiguren“ zu sammeln. Damit sollte jetzt die deutsche und internationale Geschichte möglichst exakt dargestellt und der jeweiligen Generation verdeutlicht werden.

Bekannte Autoren wie Joachim Ringelnatz oder Hans Christian Andersen (»Der standhafte Zinnsoldat«) setzten der Zinnfigur literarische Denkmäler.

Zinnfiguren heute

Erst im 20.Jh. wurden Zinnfiguren zu Sammelobjekten, und es entstanden Sammlervereine in der ganzen Welt.

Heute gibt es Zinnfiguren aus allen Bereichen der darstellenden Kunst, von der historischen Figur über Fantasy/Science Fiction bis zum Weihnachtsbaumschmuck. Die historischen Themen reichen von den Dinosauriern über Napoleon bis zur Mondlandung. Die vermehrte Verbreitung von Tabletop-Spielen (z.B. Warhammer oder Warhammer 40.000) hat zu einer regelrechten Renaissance der Zinnfigur unter Spielfreunden geführt.

Alle zwei Jahre (in Jahren mit ungerader Jahreszahl) findet in Kulmbach die Internationale Zinnfigurenbörse statt, bei der sich Sammler und Anbieter aus aller Welt treffen. Dort befindet sich auf der Plassenburg das Deutsche Zinnfigurenmuseum. Ein weiteres deutsches Zinnfigurenmuseum kann in Goslar besucht werden. In Österreich können Interessenten die „Zinnfigurenwelt Katzelsdorf“ besuchen. Kleinere regionale Ausstellungen ergänzen diese größeren Museen. Viele Museen nutzen Zinnfiguren als Anschauungsmaterial oder zeigen, wie das Freilichtmuseum Roscheider Hof, Zinnfigurensammlungen (das Museum beherbergt beispielsweise seit 2005 die Zinnfigurensammlung von Prof. Klaus Gerteis).

Zinnfiguren wurden und werden häufig von hervorragenden nationalen und internationalen Künstlern entworfen, modelliert/graviert und bemalt, sodass sie einen großen Wert darstellen können.

Guss von Zinnfiguren in Metallformen

 

Viele deutschen Zinnfigurensammler sind in der „Klio, Deutsche Gesellschaft der Freunde und Sammler kulturhistorischer Zinnfiguren e. V.“ organisiert. Ein weiterer wichtiger Verein ist die „Vereinigung Freie Zinnfigurensammler e.V.“ Beiden Gesellschaften sind auch eine große Anzahl ausländischer Sammler beigetreten. Es gibt auch noch einzelne Arbeits- oder Landesgruppen der Klio

wie zum Beispiel die Klio Baden-Württemberg e.V.

 

Hersteller von Flachfiguren :
 

Offizin Braune 

http://www.zinnfiguren-braune.de/

Offizin Carl http://www.carl-zinnfiguren.de/
Zinnmodelle Schiller http://zinnfiguren-schiller.shop.t-online.de/
Berliner Zinnfiguren http://www.zinnfigur.com/
Vladimir Nuzhdin http://geocities.com/nuzhdin
Offizin Uwe Ehmke http://www.ehmke-art.de/
Offizin Golberg http://www.geocities.com/Paris/Metro/4348/editors/goint.html
Western Miniatures http://uk.geocities.com/westernminiatures/index.html
B + S Zinnfiguren http://www.flats-zinnfiguren.com/down7.html
Offizin Fechner http://www.fechner-zinnfiguren.de/
Friedrich Giessler http://www.fg-zinnfiguren.de/
Wolfgang Friedrich http://www.hz-forum.de/Hersteller/Seite_fig_friedrich.htm
Detlef Belaschk http://www.hz-forum.de/Hersteller/Seite_fig_belaschk.htm
Offizin Rieger http://www.zinnfiguren-rieger.de/
Offizin Süssmeier http://www.raizinn.de/
Konrad Schulte http://www.hz-forum.de/fritz/index.html
Uwe Peter Fantasy Ziinfiguren http://www.zinnfiguren-peter.de

Matthias Manske, Vollplastische Zinnfiguren

http://www.matthias-manske.de/indexdeutsch.html

Zinnfigurenfreunde Leipzig http://www.zinnfigurenfreunde-leipzig.de
R.Wünsch Privat Offizin http://www.zid-halle.de/pro192/tschuppa/
Hanno Schupp Privatherausgeber http://www.historischeszinn.com
Offizin Regina Sonntag http://www.zinnfiguren-regina-sonntag-gravuren.de
Rangnar Stolten "Zinndoctor " http://www.zinndoctor.de
Bernd Leibelt http://www.lbzinnfiguren.de
Klio AG Fantasy http://www.ag-fantasy.de
VFZ Nürnberg

http://www.vfz-ev.de

 

Weiter Zinnfigurenseiten :
 

Roswitha Prochnow Bemalen von  Zinnfiguren

http://www.roswitha-prochnow.de/

Klio Baden Württemberg http://www.KLIO-BaWue.de
Rangnar Stolten http://www.zinndoctor.de

 

Dieser Artikel steht teilweise unter http://de.wikipedia.org/wiki/Zinnfigur in der freien Enzyklopädie Wikipedia

und ist unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation lizenziert. Die Autoren-Historie ist dort einsehbar.

 

 

 

 

 

 

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