
Der
Mond, unser nächstes Gestirn, ist ein beliebtes Objekt in der
Amateurastronomie
Die
Amateurastronomie ist ein Hobby für Menschen, die Naturerlebnis in
Form von unter Sternenhimmel fernab großer Städte verbrachter Nächte mit
Hochtechnologie in Form der verwendeten Beobachtungsgeräte wie Teleskope
und Kameras verbinden wollen. Lange Jahre von einer verschwindend
kleinen Minderheit von Begeisterten betrieben, hat sich die
Amateurastronomie zu Anfang des 20. Jahrhunderts vor allem in den USA zu
einem regelrechten Volkssport entwickelt.
Mit der steigenden Zahl
von Interessenten einher ging eine Diversifikation des Themas. Heute
kann in der Amateurastronomie eine Vielzahl von Richtungen mit eigenen
Anhängergruppen, Organisationen und Vorgehensweisen unterschieden
werden, beispielsweise die Beobachtung von Sonnenfinsternissen, die auch
wissenschaftlich relevante Vermessung von Doppelsternen, die Fotografie
von Himmelsobjekten (Astrofotografie) und die visuelle Beobachtung des
Nachthimmels, die oft mit großen, selbstgebauten Spiegelteleskopen
erfolgt. Der Selbstbau von Teleskopen, das Amateur Telescope Making, ist
eine Liebhaberei für sich, die von Freunden geduldiger Präzisionsarbeit
gepflegt wird.
Amateurastronomie und wissenschaftliche
Forschung
Im Gegensatz zur
professionellen Astronomie ist üblicherweise die wissenschaftliche
Forschung nicht das Hauptziel für Amateurastronomen. Es ist aber
möglich, wissenschaftliche Ergebnisse zu erhalten und viele Amateure
tragen sehr erfolgreich zur Wissensbasis der Astronomie bei. Astronomie
wird sogar oft als eines der letzten wissenschaftlichen
Betätigungsfelder beschrieben, in dem Amateure noch Beiträge leisten
können.
Insbesondere können
Amateuerastronomen oft Tätigkeiten wie die Überwachung der
Helligkeitsveränderung von veränderlichen Sternen, die Verfolgung von
Asteroiden und die Überwachung der Sternbedeckung zur Feststellung der
Form von Asteroiden und der Mondoberfläche ausführen.
Bis in die jüngste
Vergangenheit spielten Amateurastronomen eine wichtige Rolle bei der
Entdeckung neuer Kometen. In letzter Zeit haben allerdings Projekte wie
Lincoln Near Earth Asteroid Research und Near Earth Asteroid Tracking
dazu geführt, dass die meisten Kometen durch automatische Suchsysteme
erfasst werden, lange bevor diese durch Amateure gesehen werden können.

Amateurastronomen bei der Himmelsbeobachtung
Betätigungsfelder sind z. B.
-
Beobachtung und Fotografie der
größeren Objekte des Sonnensystems
-
insbesondere die großen Planeten
und ihre Monde
-
Beobachtung der Sonne, Auswertung
der Sonnenfleckenaktivität
-
Beobachtung der Mondoberfläche
und allfälliger Veränderungen
-
Beobachtung von Kleinplaneten
(Asteroiden) und Kometen sowie deren Bahnbestimmung
-
Beobachtung spezieller Phänomene im
Sonnensystem
-
Beobachtung von Meteoren,
Auswertung von Meteorströmen
-
Erstellung von Mondrandprofilen
durch Messung streifender Sternbedeckungen
-
Beobachtung von Sternbedeckungen
durch Planeten und Kleinplaneten. Letzteres ist auch für die
Fachastronomie wertvoll: die Verfinsternung des Sternenlichts
durch Kleinplaneten lässt auf deren Größe und Form schließen
-
Beobachtung und Bahnbestimmung
von künstlichen Erdsatelliten und deren Wiedereintritte in die
Erdatmosphäre
-
Beobachtung und Fotografie von
Deep-Sky-Objekten (Objekte außerhalb des Sonnensystems), wobei
hier diverse Vereinigungen und Untergruppen existieren:
-
für Doppelsterne und Sternhaufen
-
Astrofotografie von Milchstraße,
Gasnebeln, Planetarischen Nebeln, Quasaren und Galaxien
-
Beobachtung und Auswertung der
Lichtkurven veränderlicher Sterne
-
Erstellung und Auswertung von
Sternspektren (Spektroskopie)
-
Selbstbau von Teleskopen
-
Spiegelschleifen, Konstruktion
von Montierungen usw.
-
Geschichtsforschung auf dem Gebiet
der Astronomie
-
Didaktische Aufgaben, wie Führungen
an Volkssternwarten
-
Halten von
populärwissenschaftlichen Vorträgen und Seminaren
-
Organisation von Jugendcamps und
von Beobachtungs-Kampagnen
Amateurastromen verfügen mitunter über gut ausgestattete
Privatsternwarten mit leistungsstarken Teleskopen. Durch die
Verwendung der
CCD-Technik, lichtempfindlicher
Webcams und der computerunterstützten
Bildbearbeitung erzielen viele Amateure mittlerweile Ergebnisse, die
noch vor einem Jahrzehnt nur großen Forschungsobservatorien vorbehalten
waren. So können detailreiche Aufnahmen der Planeten oder äußerst
lichtschwache Objekte, wie Gasnebel oder entfernte Galaxien, abgebildet
werden.
Die Beobachtungen von Amateurastronomen ergänzen mitunter die
wissenschaftliche
Forschung, so z. B. die Beobachtung veränderlicher Sterne oder die
Bestimmung der Bahndaten von
Asteroiden. Eine Vielzahl von Kleinplaneten und Kometen wurde von
Amateuren entdeckt. Ein Beispiel dafür ist die Entdeckung des
Kleinplaneten
Astraea durch den Postvorsteher
Karl Ludwig Hencke; auch der Arzt und Astronom
Olbers, der Entdecker der Asteroiden Nr. 2, 4 und der Dynamik von
Kometenbahnen, begann als Hobbyastronom.
Einer der weltweit bekanntesten Amateurastronomen ist der Engländer
Patrick Moore, der zahlreiche Bücher über Astronomie veröffentlichte
und seit 1957 eine astronomische Sendung bei der
BBC moderiert. Zahlreiche gute Sachbücher und andere Publikationen
stammen von Amateuren, unter denen die Namen
Bruno Bürgel,
Rudolf Brandt,
Hermann Mucke,
Günther Roth und
Oswald Thomas besonders hervorgehoben seien.
Amateurastronomen sind häufig in
Vereinen und Verbänden organisiert. Sie betätigen sich dabei oft in
Volkssternwarten und
Planetarien. Der zahlenmäßig größte Verband in Deutschland ist die
Vereinigung der Sternfreunde, jener in Österreich der
Astroverein. Auch einige Periodika werden von Astrovereinen
herausgegeben, z. B. der
Sternenbote.
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