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Genealogie (v. griech. γενεά
„Abstammung“ und λόγος „Kunde, Lehre“; früher im Deutschen oft
auch als Sippenforschung oder Ahnenforschung bezeichnet)
charakterisiert im weiteren Sinne den genetischen Zusammenhang einer
Gruppe von Lebewesen, im engeren Sinn verstehen wir darunter die
Familiengeschichtsforschung, volkstümlich Ahnenforschung, sie ist eine
historische Hilfswissenschaft.
Mit dem
Aufschwung der Geschichtswissenschaft in der Mitte des 19. Jahrhunderts
wurde auch die Forschung nach der persönlichen Abstammung auf eine
wissenschaftliche Basis gehoben und etablierte sich an den Universitäten
als eigenständige Wissenschaftszweig. Die Genealogie befasst sich mit der Abstammung eines Lebewesens von
anderen Lebewesen und ist damit eine entscheidende Voraussetzung für
eine Abstammungsbewertung in der Tierzucht.
Die
Genealogie ist im übertragenen Sinne eine
historische Methode, die sich auf verschiedenste Tatbestände der
Gegenwart (z. B. Moral, Psychiatrie, sexuelle Orientierung, personale
Identität) konzentriert und deren historische Genese erforscht und
analysiert.
Bei der
Auswertung genealogischer Daten der Auf- und Untergang von Familien, die
Veränderung von Besitzverhältnissen, der Berufsvererbung oder dem
Berufswechsel, dem Verhältnis von Geburt und Stand bzw. Klasse bzw. Schicht,
sowie dynastischer Heiratspolitik und Familiendiplomatie von großer
Bedeutung.
Von einer bestimmten Person ausgehend, erforscht man in
der Genealogie die Abstammung in aufsteigender Linie und damit die
Vorfahren, Ahnen dieser Person oder in der absteigenden Linie deren
Nachkommen. Personen, die genealogisch miteinander verknüpft sind,
gehören zu einer Verwandtschaftsgruppe. Sofern die Darstellung der
Abstammung über eine reine Beschreibung der
Zusammenhänge hinausgeht, wird von Familiengeschichtsforschung
gesprochen.
Quellen für die Familienforschung
Im Laufe
der Reformationszeit entstanden die ersten Kirchenbücher und sind damit
eine wesentliche Quelle für die genealogische Arbeit. Die ersten
Kirchenbücher wurden schon nach dem
Dreißigjährigen Krieg geführt, sind aber erst seit dem 18. Jahrhundert kontinuierlich
überliefert, sie dienen als Register für
Hochzeiten, Geburten, Taufen und Sterbe- sowie Begräbnisdaten einer Gemeinde.
Dadurch, dass sie regelmäßig von einem Revisor geprüft wurden stellten
sie eine sehr zuverlässige Quelle dar.
Weitere Quellen sind Bürgerbücher, Universitätsmatrikel, Testamente
und Beerdigungsinstitute. Für die letzten 200 Jahre ist es durchaus möglich,
dass man in Passagierlisten von Auswandererschiffen oder auch in
Personenstandsregistern, Steuerlisten, Meldelisten oder Adressbücher fündig
wird.
Alte
Urkunden beinhalten mitunter lateinische Begriffe, hier eine Liste die
Ihnen sehr hilfreich sein kann:
|
Thema
Eheschließung |
|
copulatio |
Trauung, Hochzeit |
|
maritus |
Ehemann |
|
proclamati |
Aufgebot |
|
Thema Abstammung |
|
avia |
Großmutter |
|
avius |
Großvater |
|
natus filia |
geborene Tochter von |
|
natus filius |
geborener Sohn von |
|
affinis |
Schwager oder Schwiegersohn |
|
vitricius |
Stiefvater |
|
spurius |
unehelich |
|
Thema Tod |
|
vidua |
Witwe |
|
viduus |
Witwer |
|
defunctus |
gestorben |
|
sepultus |
bestattet, begraben |
|
Thema Geburt |
|
nutrix |
Amme |
|
patrius |
Pate |
|
renatus |
getauft |
Anfang
des 19. Jahrhundert wurden unter der Herrschaft von Napoleon
Standesämter mit Personenstandsregistern eingeführt, diese können
äußerst hilfreich sein, wenn man den Geburtsort, aber nicht das
Geburtsdatum eines Familienangehörigen ausfindig gemacht hat.
Auch
alte Zeitungen können bei der Suche nach Vorfahren nützlich sein. Sie
liefern teilweise sehr nützliches Material mit ihren Geburts- und
Todesanzeigen, sowie in den alten Vereins,- Wirtschafts- oder
Kulturnachrichten findet man mancherlei aufschlussreiche Geschichte über
seine Vorfahren.
Ein selbständiges Wissensgebiet für Familienforscher
ist die
Namenforschung, hierbei wird die Herkunft, Verbreitung und Bedeutung von
Familiennamen untersucht.
Wer Ahnentafeln oder
Ahnenlisten mit allen seinen Vorfahren erstellen möchte,
kommt nicht
umhin, sich mit der Ahnen-, Familienforschung, der Genealogie zu
beschäftigen.
Auf diesen Seiten gibt es Hilfe zur Erstellung eines
Stammbaum bzw. einer Stammtafel oder Stammliste mit allen Nachkommen.
Bei der Erstellung einer
Stammlinie werden nur die männlichen Familienmitglieder berücksichtigt,
da diese in früheren Zeiten den Familiennamen weitergaben.
Wenn Sie sich mit der
Ahnenforschung beschäftigen, merken Sie schnell, dass
die ersten Einträge im Stammbaum relativ schnell gemacht sind, je weiter
der Baum jedoch zurück reicht, desto schwieriger wird es, Vorfahren
ausfindig zu machen. In der Regel gelangen Sie schon vier Generationen
in die Vergangenheit zurück, wenn Sie Eltern, Großeltern oder Tanten
befragen und lassen sich Urkunden, Stammbücher und Fotos zeigen lassen.
Spätestens im
Spätmittelalter, sofern Sie nicht auf blaues blut in Ihrer Familienlinie
stoßen, dürfte Ihre Suche nach den Vorfahren schwer ins Stocken geraten.
Doch auch dann gibt es noch Möglichkeiten, eine doch noch fündig zu
werden, bieten Privatarchive von Adelshäusern mit ihren
Untertanenlisten. In ihnen wurden früher die unterschiedlichsten
Informationen und Daten zu den Untertanen festgehalten.
Hilfreiche Links für die
die sich intensiv mit der Genealogie beschäftigen.
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